Implantat mit Sinuslift: Kosten und Ablauf im Oberkiefer

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 4. Juni 2026 07:19

Wenn der Oberkiefer zu wenig Knochenmasse hat – Die Notwendigkeit eines Sinuslifts

Ein stabiles Zahnimplantat benötigt ausreichend Knochenvolumen, um dauerhaft im Kiefer verankert zu sein. Im Oberkiefer zeigt sich häufig eine andere Herausforderung als im Unterkiefer: Die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) sitzt direkt oberhalb der Zahnwurzeln. Wenn Zähne lange Zeit fehlen oder stark beschädigt sind, baut der Körper den Knochen in diesem Bereich vermehrt ab. Dadurch verringert sich nicht nur die Breite des Knochens, sondern auch die Höhe zwischen Kieferkamm und Kieferhöhle.

Wir sprechen dann von einer Sinusatrophie – einem Knochenschwund im Bereich der Kieferhöhle. In solchen Fällen ist ein Sinuslift die etablierte Lösung, um das notwendige Knochenvolumen wiederherzustellen. Diese Vorbehandlung schafft erst die Bedingungen für ein erfolgreiches Implantat.

Was ist ein Sinuslift und wie funktioniert er?

Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Augmentation (Aufbau) des Knochens im Oberkiefer. Wir unterscheiden zwischen zwei Techniken, die je nach Ausgangssituation zum Einsatz kommen:

  • Interner Sinuslift (geschlossene Technik): Der Zahnarzt arbeitet von unten durch die Implantatbohrung. Die Kieferhöhlenmembran (Sinusmembran) wird vorsichtig angehoben, und Knochenersatzmaterial wird in den entstandenen Raum gefüllt. Diese Methode eignet sich, wenn noch mindestens 4–5 mm Eigenknochen vorhanden sind.
  • Externer Sinuslift (offene Technik): Der Chirurg eröffnet die seitliche Kieferwand, präpariert ein kleines Knochenfenster und hebt die Sinusmembran von lateral an. Diese Technik ermöglicht größere Augmentationen und wird gewählt, wenn die Knochenhöhe unter 4 mm liegt.

Bei beiden Verfahren kommt meist eine Mischung aus Eigenknochen (vom Patienten selbst) und Knochenersatzmaterial zum Einsatz. Nach der Ausheilung – die zwischen 4 und 9 Monaten dauert – hat sich der neue Knochen stabil mit dem vorhandenen Knochenlager verbunden und kann das Implantat sicher tragen.

Der genaue Ablauf einer Sinuslift-Operation

Eine professionelle Sinuslift-Operation folgt einem bewährten Schema, das Sicherheit und Erfolg gewährleistet.

Vorbereitung und Diagnostik

Vor der Operation erstellen wir hochauflösende Aufnahmen – meist ein Cone-Beam-CT (CBCT) oder digitale 3D-Röntgenaufnahmen. Diese Bilder zeigen genau, wie viel Knochen vorhanden ist, wie tief die Kieferhöhle reicht und welche Technik am besten passt. Gleichzeitig führen wir ein ausführliches Gespräch über Ihre Krankengeschichte, Allergien und regelmäßig eingenommene Medikamente.

Anästhesie und Zugang

Die Operation wird unter lokaler Anästhesie durchgeführt – auf Wunsch auch mit Sedierung oder Vollnarkose. Nach der Anästhesie wird die Schleimhaut im Bereich des geplanten Implantats freigelegt. Bei der offenen Technik präpariert der Zahnarzt ein kleines Fenster in der seitlichen Kieferknochenplatte.

Anheben der Sinusmembran und Augmentation

Die Kieferhöhlenmembran wird vorsichtig mit speziellen Instrumenten angehoben. Dadurch entsteht eine Art Tasche zwischen der Membran und dem bestehenden Knochen. In diesen Raum bringt der Zahnarzt das Knochenersatzmaterial ein – sowohl Ihre eigenen Knochenchips als auch synthetisches oder tierisches Knochenersatzmaterial. Die Menge wird dem geplanten Implantatvolumen angepasst.

Versiegelung und Wundheilung

Danach wird das Knochenfenster (bei der offenen Technik) mit einer Membran verschlossen, um das Knochenersatzmaterial an Ort und Stelle zu halten. Die Schleimhaut wird mit Nahtmaterial vernäht. Die Wundheilung an sich dauert einige Tage bis etwa zwei Wochen. Die biologische Knochenintegration – der Prozess, bei dem Ihr Körper neuen Knochen einlagert – verlangt aber deutlich mehr Zeit.

Zeitlicher Rahmen und Heilung

Nach der Sinuslift-Operation benötigt der neue Knochen Zeit, um auszureifen und stabil zu werden. Die genaue Dauer hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Bei der internen Technik mit kleineren Augmentationen: 4–6 Monate Wartezeit bis zur Implantatinsertion
  • Bei der externen Technik mit größeren Aufbauten: 6–9 Monate Wartezeit
  • Bei der Sofortimplantation (Sinuslift und Implantat in einer Sitzung): Dies ist nur in Fällen mit ausreichend Basisknochen möglich und verkürzt die Gesamtbehandlungszeit erheblich

In diesem Wartezeitraum sollten Sie auf bestimmte Verhaltensweisen achten: Lassen Sie sich nicht die Nase schnäuzen – machen Sie das stattdessen mit offenem Mund und sanftem Druck. Niesanfälle sind normal, sollten aber nicht unterdrückt werden. Wenn Sie rauchen, ist eine Unterbrechung vorteilhaft, da Nikotin die Knochenheilung verlangsamt. Auch auf Druckveränderungen während Flügen oder beim Tauchen sollten Sie verzichten.

Kostenfaktoren und Preisgestaltung

Die Kosten für einen Sinuslift fallen nicht unter die gesetzliche Krankenkasse, da die Krankenversicherung implantologische Verfahren nicht bezahlt. Private Kassen übernehmen unter Umständen einen Anteil – das hängt vom Tarif und dem Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses ab.

Faktor: Art und Umfang der Augmentation

Ein interner Sinuslift kostet zwischen 800 und 1.500 Euro, da der Aufwand geringer ist und oft zusammen mit der Implantatbohrung durchgeführt wird. Ein externer Sinuslift schlägt mit 1.500 bis 3.000 Euro zu Buche, weil die Eröffnung der Kieferwand mehr chirurgisches Geschick verlangt. Zusätzlich fallen separate Kosten für das Knochenersatzmaterial an – je nachdem, ob Eigenknochen, Fremdknochen oder synthetische Materialien verwendet werden.

Faktor: Knochenersatzmaterialien

Die Material- und Verarbeitungskosten variieren erheblich:

  • Eigenknochen vom selben Patienten: 200–600 Euro (Entnahmestelle und Aufbereitung)
  • Allograft (Fremdknochen von einer Bank): 400–1.200 Euro
  • Xenograft (Tierknochen, meist vom Rind): 300–800 Euro
  • Synthetische/keramische Materialien: 200–600 Euro

Viele Zahnärzte kombinieren Materialien, um das beste Ergebnis zu erzielen – etwa 50 % Eigenknochen mit 50 % synthetischem oder tierischem Material. Dies reduziert die Gesamtkosten und vermindert gleichzeitig die mögliche Morbidität durch eine zweite Entnahmestelle.

Faktor: Lage und Schwierigkeit der Defekte

Liegt der Knochendefekt tiefer oder ist die Sinusmembran anatomisch schwierig zu erreichen, kann der Aufwand steigen – und damit auch die Gebühren. Ebenso spielen Ihre Ausgangswerte eine Rolle: Eine Knochenhöhe von 7 mm lässt sich möglicherweise mit internem Lift behandeln, während 2 mm definitiv externe Augmentation verlangt.

Faktor: Gesamtbehandlung Implantat plus Sinuslift

Wenn Sie das Sinuslift-Verfahren zusammen mit dem Implantat planen, entstehen Synergien. Ein einzelnes Implantat kostet ca. 1.200–2.500 Euro (je nach Material und Zahnersatz). Zusammen mit einem Sinuslift sollten Sie mit einer Gesamtsumme von etwa 3.000–6.000 Euro pro Zahn rechnen. Bei mehreren fehlenden Zähnen können die Kosten natürlich vervielfacht werden.

Erfolgsquoten und potenzielle Komplikationen

Sinuslifts gehören zu den am besten erforschten und zuverlässigsten Verfahren der modernen Zahnmedizin. Die Erfolgsquote liegt über 95 %, wenn die Behandlung von erfahrenen Spezialisten durchgeführt wird.

Häufige kurzfristige Nebenwirkungen

Nach der Operation können Schwellungen und leichte Schmerzen auftreten – das ist völlig normal und klingt innerhalb von 5–7 Tagen ab. Einige Patienten berichten von vorübergehend verstopfter oder laufender Nase, da die Kieferhöhle in diesem Bereich geschwollen ist. Blutungen sind selten, können aber kurzzeitig auftreten. Wir empfehlen Ihnen, die Nase sanft zu behandeln und ggf. leichte Abschwellungsmittel zu nehmen – aber immer nach ärztlicher Rücksprache.

Seltene ernsthafte Komplikationen

Die gefürchtete Sinusmembranperforation – ein Riss in der Membran – passiert in etwa 10–30 % der Fälle bei der externen Technik und wird meist während der Operation entdeckt und repariert. Das beeinträchtigt den langfristigen Erfolg normalerweise nicht. Eine Sinusitis (Entzündung der Kieferhöhle) ist ebenfalls selten, kann aber auftreten, wenn Infektionen nicht rechtzeitig behandelt werden. Ein Knochenersatzmaterial-Granulom ist ein winziger Fremdkörper, der vom Körper isoliert wird – dies ist klinisch meist bedeutungslos.

Langzeiterfolgsfaktoren

Der Langzeitschutz des Sinuslifts hängt stark von Ihrer Mitarbeit ab. Rauchen reduziert die Osseointegration (Knochenverankerung des Implantats) deutlich. Schlechte Mundhygiene und Zahnfleischerkrankungen gefährden das Implantat langfristig. Eine regelmäßige Nachsorge alle 6–12 Monate sichert ab, dass Ihr neuer Zahn stabil bleibt.

Vorbereitung und Verhaltensmaßnahmen vor der Operation

Die Tage und Wochen vor der Sinuslift-Operation sind entscheidend für einen guten Ablauf.

  • Zahnhygiene optimieren: Putzen Sie Ihre Zähne gründlich und lassen Sie sich ggf. eine professionelle Zahnreinigung machen. Ein sauberer Mund reduziert Infektionsrisiken.
  • Zahnersatz anpassen: Falls Sie einen älteren Zahnersatz tragen, sollte dieser überprüft und ggf. angepasst werden, damit er nicht auf die OP-Stelle drückt.
  • Medikamente melden: Teilen Sie uns mit, wenn Sie Blutverdünner, Bisphonate (gegen Osteoporose) oder Kortison nehmen. Diese können die Heilung beeinflussen.
  • Rauchen einstellen: Idealerweise bereits zwei Wochen vor dem Eingriff – wenigstens eine Woche ist empfohlen.
  • Am Operationstag: Erscheinen Sie nüchtern (mindestens 2–4 Stunden ohne Essen), aber hydriert. Tragen Sie lockere, neutrale Kleidung und organisieren Sie einen Fahrer, falls Sie unter Narkose operiert werden.

Nachsorge in den Wochen nach dem Sinuslift

Die Nachsorge bestimmt wesentlich mit über den Erfolg. Wir empfehlen folgendes Verhalten:

  • Schmerzmanagement: Leichte Schmerzmittel (Ibuprofen oder Paracetamol) sind in den ersten Tagen normal. Nehmen Sie diese nach Plan, nicht erst, wenn es unerträglich wird.
  • Kühlung: In den ersten 48 Stunden unterstützt Kühlung die Schwellungsreduktion – 15 Minuten kühlen, 15 Minuten Pause.
  • Mundspülungen: Ab dem nächsten Tag nach der Operation spülen Sie sanft mit einer chlorhexidinhaltigen Lösung oder lauem Salzwasser. Das fördert die Heilung und beugt Infektionen vor.
  • Ernährung: Weiche, kalte oder lauwarme Speisen sind die ersten Tage ideal. Vermeiden Sie heiße Getränke und harte Nahrung.
  • Lippen und Nase: Fassen Sie die OP-Region nicht an. Wenn Sie niesen müssen, halten Sie ein Tuch vor den Mund und Nase.
  • Sport und Aktivität: Für mindestens eine Woche sollten Sie auf intensive körperliche Anstrengung verzichten.

Finanzierungsmöglichkeiten und Kostenübernahme durch Versicherungen

Wir wissen, dass eine Sinuslift-Operation mit nachfolgendem Implantat eine erhebliche finanzielle Investition darstellt. Die Kosten werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, da es sich um eine Leistung im Bereich der Ästhetik und Rekonstruktion handelt. Allerdings gibt es verschiedene Wege, wie Sie diese Ausgaben strukturieren können.

Zunächst sollten Sie klären, ob Ihre Zahnzusatzversicherung einen Anteil der Kosten deckt. Manche Policen übernehmen 50 bis 80 Prozent der Implantatkosten, wobei die Augmentationstechniken teilweise separat bewertet werden. Es lohnt sich, vor der Behandlung schriftlich bei Ihrer Versicherung nachzufragen, welche Leistungen konkret inbegriffen sind.

Viele Zahnpraxen und Kliniken bieten flexible Zahlungsmodelle an. Diese reichen von Ratenzahlungsplänen ohne Zinsen bis zu Finanzierungslösungen über spezialisierte Kreditinstitute. Einige Praxen ermöglichen es Ihnen auch, die Operation und die Implantatversorgung in zeitlich getrennten Rechnungsblöcken zu begleichen, um die finanzielle Belastung zu verteilen.

Unterschiede zwischen interner und externer Sinuslift

Nicht jeder Knochendefekt im Oberkiefer erfordert denselben operativen Ansatz. Wir unterscheiden zwischen zwei Techniken, die sich erheblich in ihrem Aufwand und ihrer Kostenstruktur unterscheiden.

Die interne Sinuslift (auch osteotomale Methode genannt) ist weniger invasiv und wird angewendet, wenn noch mindestens 5 bis 6 Millimeter Knochenhöhe vorhanden sind. Dabei wird das Implantat direkt während der Operation gesetzt, ohne dass eine separate Augmentation stattfinden muss. Die Sinusmembran wird von unten her angehoben, und der zur Verfügung stehende Raum wird durch das Implantat selbst gefüllt. Dieser Eingriff ist schneller durchzuführen und erfordert oft nur eine Sitzung.

Die externe Sinuslift kommt zum Einsatz, wenn die Knochenhöhe unter 5 Millimeter liegt. Hier wird durch die Kieferhöhlenseite ein größeres Fenster geschaffen, die Sinusmembran wird nach oben verlagert und der entstehende Raum wird großzügig mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Dies erfordert häufig ein Warteprinzip: Nach 6 bis 9 Monaten ist das Knochenersatzmaterial soweit konsolidiert, dass das Implantat gesetzt werden kann. Der Gesamtzeitaufwand ist damit deutlich länger, was sich auch in den Kosten widerspiegelt.

Die Rolle der Bildgebung in Diagnostik und Behandlungsplanung

Um zu entscheiden, welche Operationsmethode sinnvoll ist und welche Kosten auf Sie zukommen, sind aussagekräftige bildgebende Verfahren notwendig. Wir arbeiten mit verschiedenen diagnostischen Techniken, um die genaue Knochensituation zu beurteilen.

Das digitale Röntgen oder die Panoramaaufnahme gibt uns einen ersten Eindruck von der Knochenhöhe. Für eine detaillierte 3D-Betrachtung nutzen wir die Cone-Beam-Computertomographie (CBCT), die eine präzise Messung der Knochenstruktur ermöglicht und auch zeigt, wie nah die Zahnwurzeln an der Kieferhöhle liegen. Manche Praxen rechnen die Kosten für diese erweiterte Diagnostik separat ab, andere kalkulieren sie in die Gesamtbehandlungsgebühr ein.

Die Qualität dieser Aufnahmen beeinflusst auch den Ablauf der Operation: Je genauer die Planung, desto präziser kann der Zahnarzt vorgehen, was wiederum das Komplikationsrisiko senkt und möglicherweise Folgekosten vermeidet. Eine investierte CBCT-Aufnahme vor dem Sinuslift ist daher aus ärztlicher Sicht sinnvoll, auch wenn sie zusätzliche Kosten verursacht.

Umgang mit Knochenverlust und Vorbeugung bei mehreren fehlenden Zähnen

Nicht immer ist ein einzelner Zahn der Auslöser für einen Sinuslift. Häufig entstehen größere Knochendefekte im Oberkiefer, wenn mehrere Zähne über längere Zeit fehlten oder entfernt wurden. In diesen Fällen findet eine Resorption statt – der Körper baut den nicht mehr benötigten Knochen ab.

Wenn Sie mehrere Zähne ersetzen möchten, bieten sich verschiedene Lösungsansätze an. Manche Patienten entscheiden sich für eine begrenzte Anzahl von Implantaten mit Zahnbrücken, andere wünschen sich jeden Zahn einzeln implantiert. Die Anzahl der geplanten Implantate und deren Positionierung bestimmen die Notwendigkeit und den Umfang des Sinuslifts. Je mehr Zähne ersetzt werden sollen, desto aufwendiger kann die Augmentation ausfallen.

Präventiv empfehlen wir, bei Zahnverlust nicht zu lange zu warten. Je früher Sie einen fehlenden Zahn ersetzen, desto weniger Knochensubstanz geht verloren, und desto weniger aufwändig werden später notwendige Augmentationsmaßnahmen. Dies hat langfristig auch wirtschaftliche Vorteile.

Haltbarkeit und Langzeitprognose von Implantaten nach Sinuslift

Ein berechtigter Gedanke ist die Frage nach der Rentabilität: Wie lange halten Implantate, die mit einem Sinuslift in den Oberkiefer eingebracht wurden? Sollten Sie sich für diese aufwändige Methode entscheiden?

Die gute Nachricht ist, dass die Langzeiterfolgsprognose sehr positiv ausfällt. Studien zeigen Überlebensraten von 90 bis 98 Prozent nach 10 Jahren, wenn die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Das bedeutet, dass die überwiegende Mehrheit der Implantate nach Sinuslift langfristig stabil bleiben. Die Erfolgsrate hängt jedoch davon ab, dass Sie nach der Einheilung eine gewissenhafte Mundhygiene betreiben und regelmäßige Kontrollen durchführen.

Ein Implantat, das richtig eingeheilt ist und auf einem stabilen Knochenlager ruht – wie es durch einen Sinuslift geschaffen wird – kann ein Leben lang halten. Damit unterscheidet sich diese Lösung vorteilhaft von Zahnprothesen, die regelmäßig angepasst oder erneuert werden müssen. Über 20 oder 30 Jahre betrachtet, ist ein Implantat mit Sinuslift oft die wirtschaftlichere Lösung.

Unterschiede zwischen Zahnkliniken und Privatpraxen bei der Preisgestaltung

Die Kosten für einen Sinuslift können zwischen verschiedenen Praxistypen erheblich variieren. Es lohnt sich, mehrere Angebote zu vergleichen – allerdings sollten Sie nicht nur auf den Preis achten.

Universitätskliniken und große Zahnkliniken haben oft günstigere Gebührenordnungen, da sie als Lehr- und Forschungseinrichtungen teilweise öffentlich gefördert werden. Dafür können die Wartezeiten länger sein, und der Zahnarzt ist möglicherweise ein Assistenzarzt unter Supervision. Spezialisierte Praxen oder Parodontologische Zentren verfügen über umfangreiche Erfahrung und neueste Technologien, rechnen diese Expertise aber auch ab. Allgemeine Zahnarztpraxen bieten die Methode mitunter an, führen solche Eingriffe aber möglicherweise seltener durch.

Ein wichtiger Punkt: Der Preis sollte Transparenz widerspiegeln. Achten Sie darauf, dass Ihnen vor Behandlungsbeginn ein detailliertes Angebot vorliegt, in dem alle Positionen aufgeschlüsselt sind – Voruntersuchung, eventuell CBCT, Operation, Knochenersatzmaterial, Implantat und Aufbau. Versteckte Zusatzkosten führen später zu Überraschungen.

Internationale Zahnbehandlung und Kostenersparnis im Ausland

Manche Patienten erwägen, einen Sinuslift im Ausland durchführen zu lassen – etwa in Ungarn, Polen oder der Türkei – wo die Behandlungskosten deutlich unter deutschen Preisen liegen können. Dies verdient eine differenzierte Betrachtung.

Tatsächlich lassen sich bei einer Auslandsbehandlung 40 bis 60 Prozent der Kosten einsparen. Allerdings sollten Sie berücksichtigen, dass die Nachsorge in Deutschland stattfinden muss. Sollte eine Komplikation auftreten oder das Implantat nicht einheilen, ist eine reibungslose Betreuung durch Ihren heimischen Zahnarzt entscheidend. Nicht alle deutschen Zahnärzte übernehmen die Folgetherapie, wenn die Initialbehandlung im Ausland erfolgt ist. Auch Reklamationen und Gewährleistungsansprüche werden komplizierter.

Wenn Sie diesen Weg erwägen, achten Sie darauf, dass die ausländliche Klinik international akkreditiert ist und dass Ihre deutsche Zahnpraxis bereit ist, die Nachbetreuung zu übern

Häufig gestellte Fragen zum Sinuslift

Wie lange dauert es, bis das Implantat nach einem Sinuslift eingesetzt werden kann?

Nach dem Sinuslift benötigt das Knochenersatzmaterial etwa vier bis neun Monate, um vollständig einzuheilen und eine ausreichende Stabilität zu erreichen. In dieser Zeit bildet sich neuer Knochen, der das Implantat später tragen kann. Danach wird der Zahnarzt oder die Zahnärztin das Implantat einsetzen, sofern die Knochendichte ausreicht.

Kann ein Sinuslift auch bei mehreren fehlenden Zähnen durchgeführt werden?

Ja, wir können einen Sinuslift sowohl für einen einzelnen Zahn als auch für mehrere nebeneinander liegende Implantate durchführen. Die Technik ist dieselbe; lediglich die Größe des Augmentationsbereichs variiert je nach Anzahl und Position der geplanten Implantate.

Welche Alternativen gibt es zum Sinuslift?

Mögliche Alternativen sind schräg eingesetzte Implantate, die an der Anatomie vorbeiführen, oder die Verwendung von Knochenblöcken aus anderen Kieferregionen. Je nach Knochensituation und geplanter Implantatlänge kann eine dieser Optionen sinnvoll sein. Wir beraten Sie individuell, welche Lösung für Ihren Fall am besten passt.

Ist ein Sinuslift ein Kassenleistung oder Privatleistung?

Der Sinuslift wird in der Regel als Privatleistung abgerechnet und von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Private Krankenversicherungen können je nach Tarif einen Teil der Kosten tragen. Wir stellen Ihnen vor der Behandlung einen detaillierten Kostenvoranschlag aus, damit Sie Bescheid wissen.

Kann ich nach dem Sinuslift sofort wieder normal essen?

Nein, in den ersten Wochen sollten Sie weiches Essen bevorzugen und harte, klebrige oder sehr heiße Speisen meiden. Nach etwa zwei bis drei Wochen können Sie schrittweise wieder zur normalen Ernährung übergehen, sofern die Wundheilung gut verläuft. Ihr Zahnarzt gibt Ihnen genaue Anweisungen für Ihren Fall.

Wie hoch ist die Erfolgsquote eines Sinuslifts?

Die Erfolgsquote liegt bei gut durchgeführten Sinuslifts zwischen 90 und 98 Prozent. Das bedeutet, dass sich das Knochenersatzmaterial in dieser Häufigkeit sicher integriert und das nachfolgende Implantat eine gute Prognose hat. Wichtig für den Erfolg sind sachgemäße Nachsorge, ausreichende Mundhygiene und das Vermeiden von Rauchen.

Muss ich nach dem Sinuslift besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen?

Ja, in den ersten Wochen sollten Sie starkes Naseputzen, intensive körperliche Anstrengung und Druckausgleich beim Fliegen vermeiden. Diese Maßnahmen schützen den gerade aufgehobenen Sinusbereich. Auch Rauchen verzögert die Knochenheilung erheblich, sodass Verzicht oder Reduktion während dieser Phase sinnvoll ist.

Kann es zu Infektionen nach einem Sinuslift kommen?

Infektionen sind selten, können aber auftreten, wenn die Wunde nicht sauber gehalten wird oder Speisereste in die Operationsstelle gelangen. Wir stellen Ihnen Antibiotika zur Verfügung und geben Ihnen genaue Hygieneanweisungen. Bei Anzeichen wie erhöhter Schwellung, Eiterung oder Fieber nehmen Sie bitte sofort Kontakt mit uns auf.

Fazit

Der Sinuslift ist eine zuverlässige Methode, um in Fällen von mangelnder Knochenhöhe im Oberkiefer ein Zahnimplantat möglich zu machen. Mit modernen Techniken, erfahrenen Fachleuten und gewissenhafter Nachsorge erreichen wir hohe Erfolgsquoten. Zwar fallen für den Eingriff zusätzliche Kosten an und die Gesamtbehandlung erstreckt sich über mehrere Monate, doch das Ergebnis ist ein stabiles, langfristig tragfähiges Implantat, das Ihnen Lebensqualität und volle Kaufunktion zurückgibt.

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Redaktionshinweis

Unsere Beiträge dienen der allgemeinen Information und Orientierung. Wir bieten keine individuelle zahnmedizinische Beratung, keine Diagnose, keine Behandlungsplanung und keine persönliche Versicherungs- oder Finanzberatung. Bei Beschwerden, Schmerzen, Fragen zum Heil- und Kostenplan oder vor verbindlichen Entscheidungen sollten Sie eine Zahnarztpraxis, Ihre Krankenkasse, Ihre Zahnzusatzversicherung oder eine geeignete Beratungsstelle einbeziehen.

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