Warum eine neue Krone manchmal anders aussieht als erwartet

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 5. Juni 2026 12:29

Eine neue Zahnkrone soll Ihren Zahn schützen und gleichzeitig natürlich aussehen. Doch nicht selten erleben Patienten nach dem Einsetzen eine Überraschung: Die Krone sieht anders aus, als sie sich das vorgestellt haben. Die Farbe stimmt nicht, die Form wirkt ungewöhnlich oder der Glanz passt nicht zum restlichen Gebiss. Wir zeigen Ihnen, welche Gründe dahinterstecken und wie Sie solche Situationen vermeiden oder lösen können.

Die Rolle der Zahntechnologie und Herstellung

Die Anfertigung einer Krone ist ein mehrschrittiger Prozess, bei dem verschiedene Faktoren das endgültige Ergebnis beeinflussen. Zunächst nimmt Ihr Zahnarzt einen Abdruck von Ihrem beschädigten oder erkrankten Zahn. Dieser Abdruck wird an ein Zahnlabor übermittelt, wo ein Techniker die Krone formt und färbt. Zwischen Zahnarztpraxis und Labor können Informationen verloren gehen oder unterschiedlich interpretiert werden – etwa bezüglich Ihrer Farbwünsche oder der gewünschten Zahnform.

Moderne CAD/CAM-Technologien ermöglichen heute präzisere Ergebnisse als früher. Allerdings ist auch diese digitale Fertigung nicht fehlerfrei. Kleine Abweichungen in der Bilderfassung, unterschiedliche Monitoreinstellungen zwischen Zahnarzt und Labor oder Ungenauigkeiten beim 3D-Druck können dazu führen, dass die fertige Krone von Ihren Erwartungen abweicht.

Farbabweichungen und Lichtverhältnisse

Einer der häufigsten Gründe für Enttäuschungen ist die Zahnfarbe. Was in der Zahnarztpraxis perfekt aussah, wirkt zu Hause plötzlich anders. Das liegt oft an den unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Zahnarztstudios nutzen spezielle Leuchten, die das Licht optimal reflektieren. Zuhause, im Büro oder draußen sieht Ihr Zahn in natürlichem Licht oder unter künstlichen Lampen möglicherweise gelblicher, grauer oder heller aus.

Ein weiterer Punkt: Zahntechniker arbeiten nach internationalen Farbskalen wie VITA oder Bleach Shade. Diese Systeme kategorisieren Zahnfarben in bestimmte Gruppen ein. Zwischen den einzelnen Schattierungen entstehen deutliche Sprünge. Wenn Ihre natürlichen Nachbarzähne beispielsweise zwischen zwei Standardfarbtönen liegen, wird Ihre neue Krone unweigerlich zu einer dieser Standardfarben passen – und könnte dadurch nicht perfekt harmonieren.

Zahnform und Größenverhältnisse

Die Form eines Zahns beeinflusst Ihr gesamtes Lächeln. Manche Menschen wünschen sich breitere, kantigere Zähne, andere bevorzugen rundere Formen. Zahntechniker orientieren sich beim Modellieren an statischen Vorgaben oder an Fotos, die Sie möglicherweise bereitgestellt haben. Allerdings können Fotos täuschen: Ein Bild im Profil kann die wahre Zahnbreite unterschätzen, Frontaufnahmen können verzerren.

Hinzu kommt, dass die Größe einer Krone auch vom beschliffenen Zahnstumpf abhängt. Ist dieser Stumpf besonders klein, wird die Krone notgedrungen auch kleiner ausfallen. Ein großer Stumpf führt zu einer größeren Krone. Diese Abhängigkeit ist physikalisch vorgegeben und lässt sich nicht ohne Grenzen verändern.

Oberflächenrauheit und Glanzgrad

Die Oberflächenbeschaffenheit Ihrer neuen Krone trägt wesentlich zu deren Aussehen bei. Manche Kronen glänzen stark und wirken unnatürlich hochpoliert; andere haben eine matte oder leicht raue Oberfläche, die natürlicher wirkt. Dieser Unterschied entsteht bereits bei der Herstellung. Zahnlabore verwenden verschiedene Poliertechniken und Finish-Materialien. Manchmal ist nicht klar kommuniziert worden, ob Sie eine stark polierte oder eine eher natürlich strukturierte Oberfläche wünschen.

Mit der Zeit ändern sich Oberflächen auch durch tägliche Nutzung. Kauen, Zahnpasta und Zahnseide hinterlassen ihre Spuren. Nach einigen Wochen kann eine anfangs zu glänzende Krone durch kleine Kratzer und Rauheiten natürlicher wirken.

Zahnlaborqualität und Kommunikation

Nicht alle Zahnlabore arbeiten nach demselben Standard. Manche spezialisieren sich auf hochästhetische Arbeiten mit handwerklichen Feintechniken, andere nutzen überwiegend automatisierte Prozesse. Ein erfahrenes, spezialisiertes Labor wird in der Regel bessere Ergebnisse liefern als ein reines Massenproduktionslabor – allerdings meist auch zu höheren Kosten.

Ein entscheidender Faktor ist die Kommunikation zwischen Ihnen, Ihrem Zahnarzt und dem Zahnlabor. Je klarer Ihre Wünsche formuliert sind, desto besser kann das Labor sie umsetzen. Manche Praxen nutzen detaillierte Farbkommunikationssysteme, Fotos von Ihren Nachbarzähnen oder sogar Muster-Zahnformen, die Sie absegnen können, bevor die endgültige Krone hergestellt wird.

Das Material der Krone

Vollkeramikkronen, Metallkeramikkronen und andere Materialien haben unterschiedliche optische Eigenschaften. Vollkeramik wirkt in der Regel natürlicher und lässt Licht durchscheinen, ähnlich wie echter Zahn. Metallkeramik hat ein undurchsichtiges Metallgerüst, auf das Keramik aufgebrannt wird. Das kann unter Umständen einen leicht trüben oder Grauschleier verursachen, besonders am Zahnhals.

Wenn Sie eine bestimmte Materialerwartung hatten, diese aber in der Kommunikation nicht ausreichend vermittelt wurde, kann die fertige Krone optisch enttäuschend wirken. Manchmal wird auch aus medizinischen oder kostentechnischen Gründen ein anderes Material verwendet als ursprünglich besprochen.

Abweichungen bei der Präparation und Passform

Der Zahnstumpf, auf den die Krone später sitzt, wird vom Zahnarzt präpariert – also beschliffen. Wie dieser Stumpf geformt ist, beeinflusst die spätere Krone. Ein Stumpf mit spitzem Kanten wirkt anders als ein rundlich präparierter Stumpf. Diese Unterschiede scheinen klein zu sein, aber sie können die Silhouette und damit das Gesamtaussehen verändern.

Auch bei der Passform können Probleme entstehen. Wenn die Krone zu locker sitzt, kann sich darunter eine kleine Lücke zeigen. Sitzt sie zu straff, kann sie später Druck verursachen. Beide Szenarien beeinflussen, wie natürlich die Krone im Kontext Ihres gesamten Lächelns wirkt.

Ästhetische Gewöhnung und Wahrnehmung

Manche Patienten berichten, dass eine anfangs „anders wirkende“ Krone nach wenigen Wochen völlig normal aussieht. Das liegt daran, dass wir uns an neue Eindrücke gewöhnen. Unser Gehirn registriert anfangs schneller die Unterschiede, doch mit der Zeit normalisiert sich die Wahrnehmung. Das bedeutet nicht, dass die Krone fehlerhaft war – sie wirkt nur zunächst ungewöhnlich, weil sie anders ist als das, was Ihr Auge vorher gewohnt war.

Andererseits kann eine deutliche Farbabweichung oder eine sichtbar falsche Form nicht einfach durch Gewöhnung behoben werden. Hier ist es wichtig, zwischen natürlicher Adaptationszeit und echten Herstellungsmängeln zu unterscheiden.

Nachbearbeitungen und Korrektionen

Falls Sie mit Ihrer neuen Krone unzufrieden sind, haben Sie mehrere Optionen. Zunächst sollte Ihr Zahnarzt die Krone überprüfen. Kleine ästhetische Mängel können manchmal direkt in der Praxis behoben werden:

  • Die Oberfläche kann neu poliert oder mattiert werden, um den Glanzgrad anzupassen
  • Mit speziellen Oberflächenkompositen lassen sich kleine Kratzer oder Beulen ausbessern
  • In einigen Fällen kann die Farbintensität durch oberflächliche Beschichtungen verändert werden
  • Die Kontaktpunkte zu benachbarten Zähnen können angepasst werden

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, können Sie eine neue Krone anfertigen lassen. Hier empfehlen wir, die Kommunikation deutlich zu intensivieren: Bringen Sie Farbmuster mit, beschreiben Sie Ihre Vorstellungen sehr genau, lassen Sie sich Zeit für die Farbbestimmung nehmen und bestehen Sie auf einer Probe oder Vorschau, wenn möglich.

Prävention durch bessere Vorbereitung

Um von Anfang an bessere Ergebnisse zu erreichen, lohnt es sich, bereits vor der Kronenfertigung einige Schritte zu unternehmen. Sammeln Sie Fotos oder Bilder von Zahnformen, die Ihnen gefallen. Zeigen Sie diese Ihrem Zahnarzt. Sprechen Sie offen über Ihre Erwartungen bezüglich Größe, Form und Farbton.

Manche Zahnarztpraxen bieten sogenannte Provisorien an – das sind temporäre Kronen aus Kunststoff, die Sie tragen können, während die endgültige Krone im Labor hergestellt wird. Mit diesem Provisorium können Sie schon vorher testen, ob Ihnen die Form und Größe gefallen. Ist das Provisorium zu groß oder die Farbe unpassend, können diese Informationen an das Labor weitergegeben werden.

Teilen Sie Ihrem Zahnarzt auch mit, ob Sie eine sehr naturgetreue Optik bevorzugen oder gerne einen ästhetischen „Wow-Effekt“ hätten. Manche Menschen wünschen sich das „perfekteste“ Weiß, andere mögen es subtiler und natürlicher. Diese Information hilft dem Zahnlabor, Ihre Krone richtig zu kalibrieren.

Langzeitaspekte und Farbveränderungen

Zahnkronen verändern sich mit der Zeit. Das Material kann sich verfärben, besonders wenn Kaffee, Tee oder Rotwein in Ihr Leben gehören. Kunststoff-Komponenten in Kronen altern schneller als Keramik. Metallkeramikkronen können mit den Jahren am Zahnhals dunkler werden, weil das Metallgerüst durchschimmert und das Zahnfleisch sich zurückzieht.

Diese langfristigen Veränderungen sind Teil der normalen Abnutzung. Sie bedeuten nicht, dass die Krone anfangs falsch war – sie zeigen nur, dass alle zahnmedizinischen Arbeiten einer zeitlichen Entwicklung unterliegen, genau wie natürliche Zähne.

Wann ist Handeln erforderlich?

Nicht jede optische Abweichung erfordert sofort eine Neuanfertigung. Beobachten Sie Ihre neue Krone in den ersten zwei bis vier Wochen. In diesem Zeitraum normalisiert sich Ihre Wahrnehmung und kleine Kratzer von der Bearbeitung glätten sich durch natürliche Abnutzung.

Handeln sollten Sie, wenn:

  • Die Krone deutlich dunkler oder heller ist als Ihre Nachbarzähne und nicht als Geschmacksfrage zu erklären
  • Die Zahnform so ungewöhnlich wirkt, dass Sie sich unwohl fühlen oder gehänselt werden könnten
  • Ein Grauer oder Metallschleier am Zahnhals sichtbar ist, obwohl Sie eine Vollkeramikkrone vereinbart hatten
  • Funktionelle Probleme auftreten – etwa dass die Krone zu dick wirkt oder beim Kauen stört
  • Sie nach vier Wochen immer noch das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt

In diesen Fällen sprechen Sie offen mit Ihrem Zahnarzt. Ein guter Zahnarzt wird Ihre Bedenken ernst nehmen und gemeinsam mit Ihnen nach Lösungen suchen – sei es durch Nachbearbeitung oder durch die Anfertigung einer neuen Krone mit verbesserter Kommunikation.

Zahnkrone und Eigenwahrnehmung: Warum der erste Eindruck täuscht

Wir kennen das Phänomen aus vielen Bereichen des Lebens: Wenn wir etwas Neues an unserem Körper haben, nehmen wir es zunächst intensiv wahr. Bei einer neuen Zahnkrone ist das nicht anders. Unser Zungenspitzensinn ist unglaublich empfindlich und registriert die kleinsten Unebenheiten oder Formveränderungen. Das führt dazu, dass wir die neue Krone anfangs überproportional stark wahrnehmen – sie wirkt auf uns größer, dicker oder anders geformt, als sie tatsächlich ist. Dieser Gewöhnungsprozess läuft unbewusst ab und dauert bei den meisten Patienten zwischen zwei bis vier Wochen. Sie sollten diese Anpassungsphase als völlig normal betrachten. Erst danach, wenn die anfängliche Aufmerksamkeit nachlässt, können Sie den tatsächlichen Zustand Ihrer neuen Krone realistisch beurteilen.

Vergleiche zwischen Nachbar- und Spiegelzähnen

Oft entstehen Abweichungen durch den direkten Vergleich mit den benachbarten natürlichen Zähnen. Ihre ursprünglichen Zähne haben über Jahre hinweg eine natürliche Abnutzung und Verfärbung erfahren – sie sind also nicht mehr wirklich „neu“ oder in ihrer Originalform. Eine frisch gefertigte Krone hingegen hat eine makellose Oberfläche und eine gleichmäßige Färbung. Das schafft optisch einen Kontrast, der zunächst störend wirken kann. Zusätzlich kann die Kronenoberfläche anfangs einen höheren Glanzgrad aufweisen als die angrenzenden natürlichen Zahnflächen. Dieses Phänomen ist chemisch bedingt – neue Restaurationen haben noch nicht die natürliche Patina, die sich durch Essensreste, Speichel und tägliche Abnutzung bildet. Geben Sie dieser Abnutzungsschicht Zeit, sich zu entwickeln. Nach einigen Monaten wird dieser Unterschied deutlich geringer.

Die Rolle von Zahnbewegungen und Bissposition

Ein oft übersehener Aspekt liegt in den subtilen Veränderungen, die Ihre Bisssituation mit sich bringen kann. Wenn die neue Krone eine andere Höhe als der ursprüngliche Zahn hat – auch nur um Zehntel Millimeter – verändert sich damit auch die Position Ihres Unterkiefers beim Zubeißen. Ihr Kausystem wird diese minimale Verschiebung zunächst deutlich spüren und signalisiert Ihnen: „Hier stimmt etwas nicht.“ Gleichzeitig können sich Ihre Kiefermuskeln und die Kiefergelenke an die neue Position anpassen müssen. Dieser Prozess ist völlig normal und erklärt, warum sich eine neue Krone anfangs „merkwürdig“ anfühlt, obwohl sie zahnärztlich völlig in Ordnung sein kann. Tritt nach vier bis sechs Wochen noch immer ein deutliches Druckgefühl beim Kauen auf, sollten Sie einen Kontrolltermin vereinbaren, um die Okklusion überprüfen zu lassen.

Struktur und Oberflächeneigenschaften im Detail

Die handwerkliche Fertigung einer Zahnkrone im zahntechnischen Labor folgt standardisierten Verfahren, doch jedes Labor arbeitet mit leicht unterschiedlichen Techniken. Das Finish und die Politur einer neuen Krone unterscheiden sich grundlegend von der rauen, natürlich abgelösten Oberfläche Ihres ursprünglichen Zahns. Eine frisch polierte Kronenoberfläche reflektiert Licht gleichmäßig und wirkt dadurch manchmal zu „glatt“ oder künstlich. Die Lichtbrechung spielt eine entscheidende Rolle: Unter fluoreszierendem Zahnarztlicht sieht eine neue Krone anders aus als im natürlichen Tageslicht oder unter warmen Leuchten zu Hause. Dies ist ein physikalisches Phänomen, das Sie in Ihrer Zahnarztpraxis bewusst beobachten können. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, ob Sie sich die Krone unter verschiedenen Lichtsituationen ansehen dürfen – Sie werden feststellen, dass sie unter Tageslicht deutlich natürlicher wirkt.

Transparenz und Lichttransmission bei verschiedenen Materialien

Das Material Ihrer Zahnkrone bestimmt wesentlich, wie sie wirkt. Vollkeramikkronen haben andere optische Eigenschaften als Kronen mit Metallgerüst und keramischer Verblendung. Vollkeramische Systeme ermöglichen eine stärkere Lichttransmission – also ein Eindringen von Licht in das Material. Das schafft eine natürlichere, weniger opak wirkende Restauration. Allerdings erfordert dies eine präzise Farbauswahl und eine perfekte Schichtung durch den Zahntechniker. Kronen auf Metallbasis wirken hingegen etwas blickdichter und kompakter. Falls Sie eine Verblendkrone haben und das Metall am Kronenrand sichtbar ist, kann dies zu einer unerwünschten dunklen Linie führen – die Sie anfangs besonders wahrnehmen. Dies ist ein echtes ästhetisches Problem, das durch eine präzisere Präparation oder den Wechsel zu einem anderen Kronensystem behoben werden kann. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt offen an, welche optischen Qualitäten Ihnen wichtig sind.

Interdisziplinäre Faktoren: Zahnform und Größenverhältnisse überprüfen

Manchmal stimmt auch tatsächlich die Proportion nicht optimal. Die Länge, Breite oder die Oberflächenkontur einer Krone können subtil von Ihrer ursprünglichen Zahnform abweichen. Das passiert, wenn bei der Präparation – also beim Schleifen des Zahnnervs – zu viel oder zu wenig Zahnsubstanz entfernt wurde, oder wenn der Zahnschliff nicht ideal konisch ausfiel. Eine flachere oder spitzere Kronenform wirkt optisch unterschiedlich, auch wenn die Maße mathematisch stimmen. Einige Patienten berichten, dass ihre neue Krone „klobiger“ wirkt als der ursprüngliche Zahn. Dies kann damit zusammenhängen, dass die Krone insgesamt größer dimensioniert wurde, um genug Raum für das innere Gerüst zu haben, oder dass die Oberflächenkonturen weniger subtil modelliert sind. Ein Nachbearbeitungstermin kann hier Abhilfe schaffen – der Zahntechniker kann die Krone erneut anpassen, besonders wenn noch Spielraum besteht.

Kommunikation zwischen Zahnarzt, Zahntechniker und Patient

Wir möchten Sie ermutigen, diese Zusammenarbeit aktiv zu gestalten. Viele Abweichungen entstehen dadurch, dass die genauen Vorstellungen des Patienten nicht vollständig an den Zahntechniker übermittelt werden. Moderne Zahnpraxen nutzen zunehmend digitale Abdrücke und Farbmessungen, die präzisere Informationen liefern. Dennoch lohnt es sich, bereits vor der Schleifphase mit Ihrem Zahnarzt zu klären: Welche Größenverhältnisse wünschen Sie sich? Soll die Krone natürlich abgelöst oder neu wirken? Wie ist Ihr Farbtyp – eher warm oder kühl? Manche Praxen bieten auch eine provisorische Krone an, bei der Sie bereits testen können, wie sich ein bestimmter Zuschnitt anfühlt. Diese Investition in Kommunikation zahlt sich aus, denn Korrektionen nach dem Einsetzen sind aufwendiger und kostspieliger.

Der biologische Prozess der Zahnintegration

Nach dem Einsetzen einer neuen Krone findet ein biologischer Prozess statt, den viele Patienten unterschätzen. Das Zahnfleisch um die Krone herum muss sich neu an den neuen Rand anpassen. Wenn die Krone subgingival sitzt – also teilweise unter dem Zahnfleischrand – wird dieser Bereich anfangs gereizt sein. Das Zahnfleisch kann leicht anschwellen oder bluten, und diese Veränderung der Weichgewebe verändert auch die optische Wahrnehmung. Die endgültige Kontur stabilisiert sich meist erst nach zwei bis drei Wochen. Sollte das Zahnfleisch länger gereizt bleiben, könnte der Kronenrand nicht optimal sitzen und sollte überprüft werden. Ein professionelle Zahnreinigung in dieser Phase hilft, dass sich das Gewebe schneller normalisiert und die Krone in ihrer finalen ästhetischen Form sichtbar wird.

Unterschiede zwischen digitaler Planung und handwerklicher Umsetzung

Immer mehr Zahnarztpraxen arbeiten mit CAD/CAM-Systemen, bei denen die Krone digital geplant wird. Auf dem Bildschirm sieht alles perfekt aus – Farbe, Form und Proportion. In der Realität kann es dennoch zu Abweichungen kommen. Die menschliche Wahrnehmung von Farben variiert je nach Bildschirmkalibration, die Lichtverhältnisse im Labor unterscheiden sich vom Monitor, und selbst hochpräzise Schleifgeräte haben minimale Toleranzen. Ein Unterschied von 0,1 Millimeter kann im dreidimensionalen Raum bei der Betrachtung deutlich sichtbar sein. Dies ist kein Qualitätsmangel, sondern ein Merkmal von Handwerk – auch wenn es zu 90 Prozent maschinell unterstützt wird. Fragen Sie Ihr Zahntechnisches Labor oder Ihre Zahnarztpraxis, ob sie ein Probekrone-Verfahren anbieten, bei dem Sie die Krone vor der endgültigen Zementierung sehen und beurteilen können.

Saisonale und umweltbedingte

Fragen und Antworten

Warum sieht meine neue Zahnkrone direkt nach dem Einsetzen anders aus als auf dem Muster?

Die Unterschiede entstehen oft durch Lichtverhältnisse im Labor, die sich von der Mundhöhle unterscheiden, sowie durch individuelle Gegebenheiten wie Zahnfleischverlauf und die Größe der Zahnreihe. Auch eine anfängliche Schwellung des Zahnfleisches kann die optische Wahrnehmung unmittelbar nach dem Einsetzen beeinflussen.

Kann sich die Farbe meiner Krone nach einigen Wochen noch verändern?

Ja, besonders bei zahnfarbenen Materialien wie Zirkonoxid kann eine leichte Verfärbung in den ersten Wochen auftreten, wenn bestimmte Zahnbeläge oder Speisereste oberflächlich eindringen. Dies ist meist normal und wird durch gründliche Mundhygiene minimiert.

Muss ich meine Krone polieren lassen, wenn sie stumpfer wirkt als erwartet?

Eine professionelle Politur in der Zahnarztpraxis kann den Glanzgrad deutlich verbessern und das Material wieder zum Strahlen bringen. Ihr Zahnarzt beurteilt, ob eine solche Nachbearbeitung sinnvoll und möglich ist.

Was kann ich selbst tun, wenn die Größe oder Form der Krone nicht passt?

Kleinere Anpassungen können der Zahnarzt oder das Labor vornehmen – etwa durch leichtes Schleifen oder Modellieren der Konturen. Sprechen Sie zeitnah mit Ihrem Zahnarzt, damit die Krone noch im optimalen Zeitfenster korrigiert werden kann.

Wie lange dauert es, bis ich mich an das Aussehen meiner Krone gewöhne?

Unser Gehirn und Auge benötigen in der Regel zwei bis vier Wochen, um sich an neue zahnärztliche Restaurationen zu gewöhnen. Nach dieser Phase nimmt die Mehrheit der Patienten die neue Krone als vollständig natürlich wahr.

Kann eine schlechte Zahnlabor-Kommunikation zu unerwarteten Unterschieden führen?

Absolut – wenn Ihre Wünsche und die speziellen Merkmale Ihrer anderen Zähne nicht ausreichend dokumentiert werden, kann das Labor schwer eine perfekte Anpassung erreichen. Ein detailliertes Gespräch mit Ihrem Zahnarzt vor der Herstellung ist entscheidend.

Besteht ein Recht auf Nachbesserung oder Austausch der Krone?

Dies hängt von den Voraussetzungen ab: Liegt ein Herstellungs- oder Verarbeitungsfehler vor, können Nachbesserungen oder im Extremfall ein Austausch gerechtfertigt sein. Dokumentieren Sie Ihre Bedenken schriftlich und besprechen Sie diese mit Ihrem Zahnarzt.

Welche Rolle spielen meine eigenen Zähne für das Gesamterscheinungsbild?

Ihre natürlichen Zähne dienen als Referenz – deren Farbe, Form und Größe beeinflussen, wie die Krone wirkt. Zahnverfärbungen oder ungleichmäßige Zahnreihen verstärken den subjektiven Eindruck von Abweichungen bei der neuen Krone.

Fazit

Unterschiede zwischen Erwartung und Realität bei einer neuen Zahnkrone sind häufig das Ergebnis von Herstellungsbedingungen, Lichtverhältnissen und individueller Wahrnehmung. Durch offene Kommunikation mit Ihrem Zahnarzt, realistische Vorstellungen und gute Vorbereitung lässt sich der Prozess deutlich optimieren. Sollten echte Mängel vorliegen, sprechen Sie diese zeitnah an – viele Anpassungen sind möglich und gehören zum normalen Praxisalltag.

Checkliste
  • Die Oberfläche kann neu poliert oder mattiert werden, um den Glanzgrad anzupassen
  • Mit speziellen Oberflächenkompositen lassen sich kleine Kratzer oder Beulen ausbessern
  • In einigen Fällen kann die Farbintensität durch oberflächliche Beschichtungen verändert werden
  • Die Kontaktpunkte zu benachbarten Zähnen können angepasst werden

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Redaktionshinweis

Unsere Beiträge dienen der allgemeinen Information und Orientierung. Wir bieten keine individuelle zahnmedizinische Beratung, keine Diagnose, keine Behandlungsplanung und keine persönliche Versicherungs- oder Finanzberatung. Bei Beschwerden, Schmerzen, Fragen zum Heil- und Kostenplan oder vor verbindlichen Entscheidungen sollten Sie eine Zahnarztpraxis, Ihre Krankenkasse, Ihre Zahnzusatzversicherung oder eine geeignete Beratungsstelle einbeziehen.

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