Zahnersatz und Gesichtshöhe: Wann Bissverlust sichtbar wird

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 6. Juni 2026 23:18

Oft hilft schon eine richtige erste Einordnung, um unnötige Umwege zu vermeiden. Wer Symptom, Auslöser und naheliegende Fehlgriffe früh trennt, findet meist deutlich schneller zu einer tragfähigen Lösung.

Wie die Bisshöhe unsere Gesichtsform prägt

Die sogenannte Bisshöhe oder Unterkieferhöhe beschreibt den Abstand zwischen dem Oberkiefer und dem Unterkiefer im geschlossenen Zustand. Sie bestimmt wesentlich, wie straff oder erschöpft ein Gesicht wirkt. Ein optimaler Biss mit ausreichender Höhe stützt die Gesichtskonturen ab und sorgt für eine natürliche Proportionalität zwischen Stirn, Nase, Mund und Kinn.

Solange die Zähne vorhanden sind, erfüllen sie diese stützende Funktion vollkommen selbstverständlich. Sie verhindern, dass die Kieferknochen zusammenfallen und die Weichteile – also Wangen, Lippen und die Haut um den Mund herum – erschlaffen. Dieser natürliche Halt ist entscheidend für ein jugendliches und vitales Aussehen.

Der Prozess: Von einzelnen Zahnlücken bis zum Knochenschwund

Der Zahnverlust verläuft selten plötzlich. Meist beginnt es mit einer oder wenigen fehlenden Zähnen. In diesem frühen Stadium können die benachbarten Zähne sich verschieben, und die Kaufunktion wird beeinträchtigt. Doch das sichtbarste Problem entwickelt sich unter der Oberfläche: Der Kieferknochen, der die Zahnwurzeln gestützt hat, wird nicht mehr belastet und baut sich allmählich ab.

Dieser Prozess ist irreversibel. Bereits im ersten Jahr nach dem Zahnverlust können bis zu 25 Prozent des Knochenmaterials verloren gehen. Mit jeder weiteren fehlenden Zahngruppe beschleunigt sich dieser Schwund. Die Gesichtslinien sinken ab, die Lippen werden schmaler, und feine Fältchen verstärken sich um den Mund.

Bei mehreren fehlenden Zähnen oder sogar komplettlem Zahnverlust wird die Veränderung für andere Menschen deutlich sichtbar. Das Gesicht wirkt eingefallen, das Kinn rückt näher an die Nase heran, und die natürliche Proportion geht verloren. Viele Menschen berichten auch von Schwierigkeiten beim Sprechen und Essen, da die fehlende Stütze im Mund neue Bewegungsmuster erzwingt.

Sichtbare Zeichen eines Bissverluste

Es gibt mehrere Anzeichen, die zeigen, dass die Bisshöhe reduziert ist:

  • Das Kinn wirkt ausgeprägter und rückt sichtbar näher zur Nase
  • Die Lippen verlieren an Fülle und wirken dünner
  • Die Mundwinkel hängen leicht ab, der Mund wird schmäler
  • Fältchen und Linien rund um den Mund treten deutlicher hervor
  • Das Gesamt-Oval des Gesichts wirkt eingefallen oder zusammengesunken
  • Die Wangen verlieren an Volumen und Spannung
  • Das äußere Erscheinungsbild wirkt insgesamt älter und müder

Diese Veränderungen entstehen nicht durch Faltenbildung allein, sondern durch die fehlende knöcherne Grundstruktur, die das Gesicht von innen stützt. Deshalb wirken diese Veränderungen nicht nur oberflächlich, sondern prägen die gesamte Gesichtsmorphologie.

Wie schnell sichtbar wird der Bissabbau?

Der Zeitraum, in dem Zahnverlust optisch erkennbar wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Bei einzelnen Zähnen können erste Veränderungen nach wenigen Wochen auftreten, vor allem wenn die Zähne Frontzähne sind. Der Grund ist einfach: Frontzähne sind kleiner und tragen weniger Knochenmaterial, deshalb wird deren Verlust schneller sichtbar.

Bei mehreren fehlenden Backenzähnen verläuft der sichtbare Abbau langfamer, weil dort mehr Knochenreserven vorhanden sind. Dennoch zeigen sich im Durchschnitt deutliche Veränderungen im Gesichtsprofil innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach dem Zahnverlust. Je länger Zahnlücken bestehen bleiben, desto ausgeprägter wird der Knochenschwund und desto schwächer die Gesichtskontur.

Ein weiterer Faktor ist die Knochendichte der jeweiligen Person. Menschen mit grundsätzlich dichteren Knochen erleben einen langsameren Schwund als solche mit feinererer Knochenstruktur. Auch Osteoporose, Rauchen und mangelnde Mundhygiene können den Prozess deutlich beschleunigen.

Wie verschiedene Zahnersatzlösungen die Gesichtshöhe bewahren

Der Schlüssel zur Vermeidung oder Begrenzung sichtbarer Veränderungen liegt darin, die Kaufunction schnell wiederherzustellen. Je früher nach dem Zahnverlust ein entsprechender Zahnersatz eingesetzt wird, desto besser lässt sich der Knochenschwund verlangsamen oder sogar verhindern.

Zahnimplantate: Die biologischste Lösung

Zahnimplantate sind aus biologischer Perspektive die beste Lösung, um die Bisshöhe dauerhaft zu erhalten. Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel aus Titan, die direkt in den Kieferknochen eingesetzt wird. Durch die Belastung beim Kauen stimuliert das Implantat den Knochen und verhindert dessen Abbau.

Das bedeutet auch: Wenn Sie ein Implantat erhalten, bleibt die knöcherne Grundlage des Gesichts über die Jahre stabil. Ihre Gesichtsform, Ihre Lippen und das gesamte Profil bleiben natürlich und unverändert. Allerdings ist zu beachten, dass Implantate eine chirurgische Behandlung erfordern und oft mehrere Monate Einheilungszeit brauchen. Zudem sind sie in der Anschaffung teurer als andere Lösungen.

Brücken und Kronen: Schnelle Rekonstruktion

Zahnbrücken und Kronen sind festsitzende Zahnersätze, die benachbarte Zähne nutzen oder auf Implantaten befestigt werden. Sie stellen die Kaufunction rasch wieder her und tragen damit bei, den Knochenschwund zu bremsen. Im Vergleich zu Implantaten ist der Behandlungsprozess schneller, und oft reichen zwei bis drei Zahnarzttermine aus.

Der Nachteil: Brücken und Kronen auf natürlichen Zähnen können langfristig zu zusätzlichem Knochenabbau unter der Brücke führen, besonders wenn diese schlecht gestaltet ist oder die Zahnhygiene leidet. Dennoch ist die optische Verbesserung unmittelbar sichtbar und die Kaufunktion wird zügig wiederhergestellt.

Prothesen: Mobilität mit Kompromissen

Vollprothesen oder Teilprothesen sind herausnehmbare Zahnersätze, die auf dem Kiefer aufsitzen. Sie können die Bisshöhe zwar äußerlich rekonstruieren, aber sie verhindern den Knochenabbau nicht so zuverlässig wie festsitzender Zahnersatz. Der Grund: Eine Prothese übt weniger direkte Belastung auf den darunter liegenden Knochen aus.

Allerdings haben moderne Prothesen einen großen Vorteil: Sie können flexibel in ihrer Form angepasst werden. Wenn der Knochen unter der Prothese schwindet, lässt sich die Prothese unterfüttern, um die Bisshöhe wieder herzustellen. Das ist bei festsitzendem Zahnersatz nicht ohne Neufertigung möglich. Für Menschen, die eine günstigere und schneller verfügbare Lösung suchen, können Prothesen eine praktikable erste Wahl sein.

Zahnersatz richtig dimensionieren: Der Weg zur natürlichen Bisshöhe

Ob bei der Planung eines Implantates, einer Brücke oder einer Prothese – die korrekte Wiederherstellung der Bisshöhe ist zentral. Wenn die neue Bisshöhe zu hoch eingestellt wird, können Kiefergelenks-Beschwerden und Spannungen in der Kaumuskulatur entstehen. Ist sie zu niedrig, wird die Gesichtsform nicht optimal rekonstruiert.

Der Zahnarzt oder Zahnprothetiker arbeitet dabei nach bestimmten biometrischen Richtlinien. Häufig orientiert man sich an Referenzpunkten wie dem Abstand zwischen den Schleimhautfalten beim Lachen, der natürlichen Zahnlänge auf Fotos von früher oder der Mimik beim Sprechen. Moderne Zahnmedizin nutzt auch digitale Abdrücke und Simulationen, um die optimale Höhe vorab zu planen.

Wenn Sie lange ohne Zahnersatz gelebt haben und der Knochen bereits deutlich abgebaut ist, kann die Wiederherstellung der ursprünglichen Bisshöhe eine Herausforderung sein. In solchen Fällen kann eine Knochenaufbau-Operation (Augmentation) sinnvoll sein, um wieder ausreichend Material für den geplanten Zahnersatz zu schaffen. Dies ist ein aufwendiger, aber langfristig lohnenswert Schritt.

Prävention: Früh erkennen und handeln

Die beste Strategie ist, Zahnverlust von vornherein zu minimieren. Eine regelmäßige, gründliche Mundpflege und zahnärztliche Kontrollen ermöglichen es, Karies und Parodontalerkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Wer bereits Zahnlücken hat, sollte nicht zögern: Je schneller der Zahnersatz erfolgt, desto besser lässt sich die Gesichtsform erhalten.

Falls Sie bereits mehrere Zähne verloren haben und unsicher sind, welche Lösung zu Ihnen passt, empfehlen wir eine ausführliche Beratung bei einem erfahrenen Zahnarzt. Dieser kann den Grad des Knochenschwundes bewerten, die verbliebene Bisshöhe messen und gemeinsam mit Ihnen die beste Strategie entwickeln – berücksichtigt dabei Ihre Wünsche, Ihre finanzielle Situation und den medizinischen Zustand Ihrer Zähne und Kiefer.

Die psychosoziale Dimension des Bissverluste

Wir möchten auch erwähnen: Der Biss verlust hat neben dem ästhetischen Effekt auch emotionale und soziale Auswirkungen. Menschen mit verlorener Bisshöhe berichten oft von reduziertem Selbstbewusstsein, Scham bei sozialen Kontakten und einer schleichend geringeren Lebensqualität. Ein rechtzeitig durchgeführter, gut geplanter Zahnersatz kann diese psychische Belastung deutlich lindern und die Lebensfreude zurückbringen.

Die Entscheidung für einen Zahnersatz ist daher nicht nur eine zahnmedizinische, sondern auch eine persönliche Investition in Ihre Gesundheit, Ihr Aussehen und Ihr Wohlbefinden.

Zahnersatz und Funktionalität: Warum die richtige Bisshöhe für Ihre Mundgesundheit entscheidend ist

Wenn wir über Zahnersatz sprechen, denken viele zunächst an Ästhetik. Doch die funktionalen Aspekte sind mindestens ebenso wichtig. Die Bisshöhe – also der Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer im geschlossenen Zustand – beeinflusst nicht nur, wie Ihr Gesicht aussieht, sondern auch, wie gut Sie kauen, sprechen und atmen können. Wir möchten Ihnen zeigen, wie ein professionell dimensionierter Zahnersatz diese Balance bewahrt und warum eine fehlerhafte Höheneinstellung zu Langzeitproblemen führt.

Ein Bissverlust entsteht in den meisten Fällen schleichend. Beginnt mit dem Verlust einzelner Zähne, setzt der Körper einen Prozess in Gang, der die Kieferknochen allmählich abbaut. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit hängen davon ab, welche Zähne fehlen und wie lange diese Lücke besteht. Seitenzähne beispielsweise tragen erheblich zur vertikalen Stabilität bei – ihr Fehlen führt zu schnellerem Knochenschwund als bei Schneidezähnen.

Die Messung und Vermessung: So bestimmt der Zahnarzt die optimale Bisshöhe

Um den richtigen Zahnersatz anzufertigen, müssen wir zunächst die aktuelle Situation analysieren. Der Zahnarzt nutzt dafür mehrere Methoden, die zusammen ein genaues Bild ergeben. Röntgenaufnahmen zeigen die Knochenstruktur und eventuelle Defizite. Vermessungen mit speziellen Instrumenten (sogenannte vertikale Referenzpunkte) helfen, die natürliche Bisshöhe zu rekonstruieren. Bei älteren Patienten, die bereits Zahnverluste aufweisen, kann auch der Vergleich mit Fotos aus jüngeren Jahren aufschlussreich sein.

Die Bestimmung der Bisshöhe ist keine exakte Mathematik, sondern erfordert zahnärztliche Erfahrung und ein Verständnis für die Individualität jedes Mundes. Zwei Menschen derselben Größe und desselben Geschlechts können völlig unterschiedliche natürliche Bisshöhen haben. Ein zu hoher Zahnersatz führt zu Überlastung der Kiefergelenke, ein zu niedriger verstärkt das Erscheinungsbild einer eingefallenen Gesichtsform. Der Zahnarzt arbeitet daher auch nach funktionalen Tests: Er lässt Sie mit dem provisorischen Zahnersatz sprechen, kauen und verschiedene Positionen einnehmen, um Anpassungen vorzunehmen.

Folgen einer fehlerhaften Bisshöhe: Mehr als nur ein ästhetisches Problem

Wenn der Zahnersatz zu niedrig dimensioniert ist, entstehen schnell Beschwerden. Die Lippen falten sich anders, die Nasolabialfalten werden tiefer, und das gesamte untere Drittel des Gesichtes wirkt zusammengefallen. Funktional bedeutet das oft Kieferschmerzen, Verspannungen im Nacken- und Schultergürtel und Probleme beim Kauen. Manche Patienten berichten auch von Kopfschmerzen oder einem Gefühl der Übermüdung im Kiefer nach Mahlzeiten.

Eine zu hohe Bisshöhe kann ebenso problematisch sein. Sie führt zu Überbelastung der Kiefergelenke, da diese konstant unter Druck stehen. Dies kann zu Knacken oder Reiben im Gelenk führen und langfristig sogar degenerative Veränderungen begünstigen. Zudem wirkt sich eine unnatürlich hohe Position auf die Lippenlinie aus und kann dazu führen, dass Sie ständig „lächelnd“ wirken – ein Effekt, der schnell unnatürlich wirkt.

Der Unterschied zwischen permanentem und provisorischem Zahnersatz in der Höhenfindung

Wir empfehlen Ihnen, provisorischen Zahnersatz ernst zu nehmen. Dieser wird zunächst angefertigt, um die richtige Bisshöhe zu testen. Sie tragen ihn über Wochen oder sogar Monate, und während dieser Phase können sowohl Sie als auch wir Anpassungen vornehmen. Das ist der richtige Moment, um Beschwerden zu äußern, denn in dieser Phase ist Veränderung noch unkompliziert möglich.

Erst wenn die Bisshöhe stabil läuft, die Kiefergelenke sich eingespielt haben und Sie sich damit wohlfühlen, wird der definitive Zahnersatz hergestellt. Diese Vorgehensweise spart Ihnen später erhebliche Probleme und unnötige Korrekturen. Ein erfahrener Zahnarzt wird diese Etappe nicht auslassen, auch wenn Ihr Terminplan gedrängt ist.

Langzeitpflege und Kontrollen: So bewahren Sie die optimale Bisshöhe

Nach dem Einsetzen Ihres Zahnersatzes ist regelmäßige Kontrolle unerlässlich. Die Kieferknochen verändern sich ständig, besonders in den ersten Monaten nach dem Zahnverlust und nach dem Einsetzen von Implantat oder Prothese. Wir empfehlen Ihnen, in den ersten sechs Monaten alle vier bis acht Wochen zur Kontrolle zu kommen, danach halbjährlich.

Bei abnehmbarem Zahnersatz (Prothesen) ist die Situation etwas anders: Da der Knochen unter der Prothese weiter schwindet, müssen Unterfütterungen vorgenommen werden, um die Bisshöhe zu halten. Dies geschieht in regelmäßigen Abständen und ist völlig normal. Implantate dagegen konservieren den Knochen besser, da die Belastung direkt auf den Knochen übertragen wird – ähnlich wie bei natürlichen Zahnwurzeln.

Besonderheiten bei Vollprothesen und kombiniertem Zahnersatz

Bei einer Vollprothese, wenn also beide Zahnreihen ersetzt werden, liegt die größte Herausforderung in der präzisen Bisshöhenbestimmung. Es gibt keine natürlichen Zähne mehr, auf die man sich beziehen kann. Der Zahnarzt muss auf historische Daten zurückgreifen oder das Gesicht des Patienten sehr genau analysieren. Eine spezielle Technik ist die sogenannte „Gesichtsbogenaufzeichnung“, bei der ein Instrument die räumliche Beziehung zwischen Gaumen und Kiefergelenk erfasst.

Kombinierter Zahnersatz – beispielsweise Implantate im Unterkiefer mit einer Prothese im Oberkiefer – bietet etwas mehr Stabilität, stellt den Zahnarzt aber vor zusätzliche Herausforderungen. Die Implantate können nicht wandern, die Prothese aber schon. Deshalb muss hier besonders sorgfältig ausgeglichen werden, um Überbelastung zu vermeiden.

Die Rolle von Alter und Knochenqualität bei der Dimensionierung

Jüngere Patienten mit guter Knochenqualität profitieren von schnellerer Knochenintegration und stabileren Verhältnissen. Bei älteren Patienten oder solchen mit Osteoporose muss mehr Rücksicht auf die Knochensubstanz genommen werden. Ein schwacher Knochen kann nicht immer die ideale Bisshöhe halten – hier muss manchmal ein Kompromiss gefunden werden zwischen dem biomechanisch Optimalen und dem biologisch Machbaren.

Diabetes, Rauchen und bestimmte Medikamente beeinflussen die Knochenqualität ebenfalls. Wir werden Sie vor der Zahnersatzplanung nach Ihren Grunderkrankungen und Ihrer Medikation fragen, da dies unsere Dimensionierung beeinflusst.

Praktische Schritte zur Vorbereitung auf Ihren neuen Zahnersatz

  • Vereinbaren Sie einen Beratungstermin, bei dem Ihre aktuelle Situation vollständig dokumentiert wird (Fotos, Röntgenbilder, Vermessungen)
  • Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, welche Zahnersatzart für Ihre Situation am besten geeignet ist
  • Berichten Sie von früheren Zahnersatzerfahrungen oder -problemen, falls vorhanden
  • Planen Sie genug Zeit für die provisorische Phase ein – ein bis zwei Monate sind realistisch
  • Führen Sie nach dem Einsetzen ein kurzes Tagebuch über mögliche Beschwerden oder Auffälligkeiten
  • Halten Sie alle Kontrolltermine ein, auch wenn Sie sich unwohl oder gar nicht bereit fühlen

Kommunikation mit Ihrem Zahnarzt während des Prozesses

Scheuen Sie sich nicht, Ihre Bedenken zu äußern. Wenn Ihnen die provisorische Lösung nicht gut sitzt, wenn Sie Schmerzen spüren oder wenn die Ästhetik nicht Ihren Vorstellungen entspricht – alles davon ist für Ihren Zahnarzt wichtige Information. Je genauer Sie beschreiben, wo genau das Problem liegt, desto gezielter kann angepasst werden.

Bringen Sie auch alte Fotos mit, wenn Sie mögen. Ein aktuelles Bild von Ihnen zeigt, wie Sie heute aussehen, aber ein Foto von vor 20 Jahren kann zeigen, wie Ihr Gesicht in der Zeit ohne Zahnprobleme aussah. Das hilft Ihrem Zahnarzt, die natürliche Bisshöhe besser zu rekonstruieren.

Denken Sie auch daran: Die erste Woche mit neuem

Fragen und Antworten

Ab wann wird ein Bissverlust im Gesicht sichtbar?

In der Regel zeigen sich erste sichtbare Veränderungen nach etwa 6 bis 12 Monaten nach dem Zahnverlust. Der Prozess verläuft jedoch individuell unterschiedlich – manche Menschen entwickeln schneller eingefallene Wangen oder ein verkürztes Kinn, während andere länger ohne offensichtliche Veränderungen auskommen. Die Geschwindigkeit hängt von Ihrem Alter, der Knochenqualität und der Anzahl verlorener Zähne ab.

Kann man einen bereits sichtbaren Bissverlust rückgängig machen?

Mit modernem Zahnersatz lässt sich die ursprüngliche Gesichtshöhe wiederherstellen – aber nur, wenn dieser fachgerecht dimensioniert wird. Ein Kieferorthopäde oder Zahnprothetiker kann die richtige Bisshöhe anhand von Schädelvermessungen und Fotografien bestimmen. Allerdings können eingefallene Wangen oder lockere Gesichtszüge durch Zahnersatz allein nicht vollständig korrigiert werden; hier kann eine plastische Behandlung helfen.

Welcher Zahnersatz verhindert den Knochenschwund am besten?

Zahnimplantate gelten als die effektivste Lösung, da sie wie echte Zahnwurzeln direkt in den Kieferknochen einwirken und dessen Abbau bremsen. Festsitzende Brücken und Kronen bieten ebenfalls guten Schutz, wenn sie auf den verbleibenden natürlichen Zähnen ruhen. Vollprothesen haben hier deutliche Nachteile, da sie nur auf der Schleimhaut aufliegen und den Knochen nicht belastet wird.

Wie lange dauert es, bis Zahnimplantate vollständig eingeheilt sind?

Die Einheilungsphase dauert im Oberkiefer etwa 4 bis 6 Monate und im Unterkiefer 3 bis 4 Monate. Danach wird die Krone oder Brücke angebracht. Während dieser Zeit schützen provisorische Lösungen Ihre Gesichtsästhetik. Bei bestimmten Verfahren wie dem Sofortimplantat oder der Immediate-Load-Versorgung können Sie schneller wieder eine volle Zahnreihe haben.

Ist es möglich, die Gesichtsveränderungen durch Prothesen zu verhindern?

Vollprothesen können das Aussehen kurzfristig bewahren, verhindern den Knochenabbau aber nicht. Unter der Prothese schrumpft der Kieferknochen kontinuierlich, sodass Sie alle 5 bis 7 Jahre eine Anpassung benötigen. Implantatet Prothesen, die an Zahnimplantaten befestigt sind, stabilisieren den Knochen deutlich besser.

Woran erkennt man, dass die Bisshöhe falsch eingestellt wurde?

Zeichen für eine falsch dimensionierte Bisshöhe sind Kiefergelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Zahnfleiischentzündungen oder ein Gefühl der Überbelastung beim Kauen. Auch ein unnatürliches Aussehen – wie eine zu breite oder zu schmale Untergesicht – deutet darauf hin. Ein erfahrener Zahnarzt kann die Bisshöhe durch Anpassungen korrigieren.

Kann man die richtige Bisshöhe selbst messen?

Nein, die genaue Bisshöhe sollte immer zahnmedizinisch vermessen werden. Ärzte nutzen dafür Referenzpunkte wie den Abstand zwischen Nase und Kinn, die Ohrhöhe und die Nackenkontur. Auch historische Fotografien oder die Vermessung auf Schädeldaten helfen bei der Bestimmung. Eine Selbstmessung führt zu Fehlern, die später Unbehagen verursachen.

Wie oft muss Zahnersatz überprüft werden, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen?

Wir empfehlen Kontrolltermine alle 6 bis 12 Monate, je nach Art des Zahnersatzes und Ihrem Alter. Bei Implantaten reichen jährliche Untersuchungen aus, bei Prothesen sollten kürzere Abstände eingehalten werden. So können wir Verschleiß, Knochenabbau oder Funktionsstörungen rechtzeitig entdecken und anpassen.

Fazit

Die Erhaltung der Gesichtshöhe ist entscheidend für Ihre Ausstrahlung und Gesundheit. Wir raten Ihnen, einen Bissverlust ernst zu nehmen und zeitnah qualifizierten zahnmedizinischen Rat zu suchen. Mit modernem Zahnersatz – besonders Implantaten – lässt sich Ihre natürliche Gesichtshöhe zuverlässig bewahren oder wiederherstellen. Der Schlüssel liegt in einer genauen Planung, fachgerechten Dimensionierung und regelmäßigen Kontrollen.

Checkliste
  • Das Kinn wirkt ausgeprägter und rückt sichtbar näher zur Nase
  • Die Lippen verlieren an Fülle und wirken dünner
  • Die Mundwinkel hängen leicht ab, der Mund wird schmäler
  • Fältchen und Linien rund um den Mund treten deutlicher hervor
  • Das Gesamt-Oval des Gesichts wirkt eingefallen oder zusammengesunken
  • Die Wangen verlieren an Volumen und Spannung
  • Das äußere Erscheinungsbild wirkt insgesamt älter und müder

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Redaktionshinweis

Unsere Beiträge dienen der allgemeinen Information und Orientierung. Wir bieten keine individuelle zahnmedizinische Beratung, keine Diagnose, keine Behandlungsplanung und keine persönliche Versicherungs- oder Finanzberatung. Bei Beschwerden, Schmerzen, Fragen zum Heil- und Kostenplan oder vor verbindlichen Entscheidungen sollten Sie eine Zahnarztpraxis, Ihre Krankenkasse, Ihre Zahnzusatzversicherung oder eine geeignete Beratungsstelle einbeziehen.

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