
Ein Zahnimplantat ersetzt die Wurzel eines verlorenen Zahns und trägt eine Krone, eine Brücke oder eine Prothese. Wer in Celle ein Implantat plant, hat meist drei Fragen: Was kostet es, wie läuft die Behandlung ab und welche Praxis ist die richtige? Dieser Ratgeber beantwortet alle drei.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Einzelzahnimplantat mit Krone kostet meist etwa 2.000 bis 3.500 Euro.
- Die Krankenkasse zahlt einen Festzuschuss für die Krone, nicht für das Implantat selbst.
- Von der Beratung bis zur fertigen Krone vergehen meist drei bis neun Monate.
- Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist weitgehend schmerzfrei.
- Bei der Wahl der Praxis zählen Erfahrung, 3D-Diagnostik und ein verständlicher Kostenplan.
Was ist ein Zahnimplantat?
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, meist aus Titan, seltener aus Keramik. Sie wird in den Kieferknochen eingesetzt und wächst dort fest ein. Darauf befestigt die Praxis später den sichtbaren Zahnersatz.
Ein Implantat kommt infrage, wenn ein einzelner Zahn fehlt, wenn mehrere Zähne nebeneinander fehlen oder wenn eine Prothese besser halten soll. Voraussetzung sind genug Kieferknochen, gesundes Zahnfleisch und eine stabile allgemeine Gesundheit.
Implantat oder Brücke: Was passt besser?
Bei einer einzelnen Zahnlücke stehen meist ein Implantat und eine Brücke zur Wahl. Die wichtigsten Unterschiede:
| Kriterium | Implantat | Brücke |
|---|---|---|
| Nachbarzähne | bleiben unberührt | werden beschliffen |
| Kieferknochen | wird belastet, der Abbau wird gebremst | baut unter der Lücke weiter ab |
| Behandlungsdauer | mehrere Monate | wenige Wochen |
| Eigenanteil | höher | niedriger |
Sind die Nachbarzähne gesund, spricht viel für ein Implantat. Haben sie bereits große Füllungen oder Kronen, kann eine Brücke die einfachere Lösung sein.
Zahnimplantat: Ablauf in fünf Schritten
- Beratung und Diagnostik: Die Praxis untersucht Zähne, Zahnfleisch und Biss. Ein Röntgenbild und oft eine 3D-Aufnahme (DVT) zeigen, wie viel Knochen vorhanden ist.
- Vorbehandlung: Entzündungen wie eine Parodontitis werden zuerst behandelt. Fehlt Knochen, folgt ein Knochenaufbau, im Oberkiefer eventuell ein Sinuslift.
- Implantation: Das Implantat wird unter örtlicher Betäubung eingesetzt. Der Eingriff dauert pro Implantat meist weniger als eine Stunde.
- Einheilung: Das Implantat wächst in drei bis sechs Monaten in den Knochen ein. In dieser Zeit tragen Sie bei Bedarf ein Provisorium.
- Zahnersatz: Zum Schluss wird die Krone, Brücke oder Prothese angefertigt und befestigt.
Unter günstigen Bedingungen ist ein Sofortimplantat möglich. Dabei setzt die Praxis das Implantat direkt nach dem Ziehen des Zahns ein. Die endgültige Krone folgt aber auch dann erst nach der Einheilung.
Welche Implantat-Arten gibt es?
- Konventionelle Implantate: der Standard für einzelne Zähne und Brücken.
- Sofort belastbare Implantate: Ein Provisorium wird kurz nach dem Eingriff befestigt.
- Miniimplantate: dünne Implantate, vor allem für mehr Halt einer Prothese.
- All-on-4: eine feste Brücke auf vier Implantaten für einen zahnlosen Kiefer.
Tut ein Zahnimplantat weh?
Während des Eingriffs spüren Sie dank örtlicher Betäubung kaum etwas. In den ersten Tagen danach sind Schwellungen und ein Druckgefühl normal. Gängige Schmerzmittel helfen in der Regel gut.
Für Angstpatienten bieten manche Praxen eine Sedierung oder eine Vollnarkose an. Fragen Sie danach gezielt im ersten Gespräch.
Was kostet ein Zahnimplantat?
Ein Einzelzahnimplantat mit Krone kostet meist etwa 2.000 bis 3.500 Euro. Wie hoch Ihr Betrag ausfällt, hängt vor allem von diesen Punkten ab:
- Anzahl der Implantate
- Knochenaufbau oder Sinuslift
- 3D-Diagnostik
- Material von Implantat und Krone
- Provisorien während der Einheilung
Verbindlich ist immer der Heil- und Kostenplan Ihrer Praxis. Viele Praxen bieten zudem eine Ratenzahlung an.
Was zahlt die Krankenkasse beim Implantat?
Das Implantat selbst ist keine Kassenleistung. Ausnahmen gibt es nur in seltenen Fällen, etwa nach einer Tumoroperation. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt aber einen Festzuschuss für den Zahnersatz, also für Krone, Brücke oder Prothese. Die Höhe hängt von Ihrem Bonusheft ab:
| Bonusheft | Festzuschuss |
|---|---|
| nicht lückenlos geführt | 60 % der Regelversorgung |
| 5 Jahre lückenlos | 70 % der Regelversorgung |
| 10 Jahre lückenlos | 75 % der Regelversorgung |
Den Rest zahlen Sie selbst oder Ihre Zahnzusatzversicherung. Wichtig: Die Krankenkasse muss den Heil- und Kostenplan genehmigen, bevor die Behandlung beginnt.
Wie lange hält ein Zahnimplantat?
Bei guter Pflege halten Implantate oft viele Jahre, häufig auch ein Leben lang. Das größte Risiko ist eine Entzündung rund um das Implantat (Periimplantitis). Regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen senken dieses Risiko.
Implantologie in Celle: So finden Sie die passende Praxis
In Celle gibt es viele Zahnarztpraxen, doch nicht alle haben einen Schwerpunkt in der Implantologie. Diese Punkte helfen bei der Auswahl:
- Qualifikation: Einen Facharzt für Implantologie gibt es nicht. Aussagekräftig sind ein Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie, ein Master of Science (MSc) Implantologie oder eine Ausbildung als Oralchirurg.
- Erfahrung: Fragen Sie, wie oft die Praxis Implantate setzt.
- Diagnostik: Eine 3D-Aufnahme macht die Planung sicherer, vor allem bei wenig Knochen.
- Auswahl an Systemen: Praxen mit mehreren Implantatsystemen können die Versorgung besser an Ihren Kiefer und Ihr Budget anpassen.
- Alles aus einer Hand: Finden Planung, Eingriff und Krone in einer Praxis statt, entfällt die Abstimmung zwischen zwei Praxen.
- Kurze Wege: Bis zur fertigen Krone stehen mehrere Termine an. Eine Praxis in Ihrer Nähe, ob in Westercelle, Altencelle, Klein Hehlen oder der Innenstadt, macht das einfacher.
Viele dieser Angaben finden Sie bereits auf den Websites der Praxen. Die Dres. Siekmann Zahnärzte in Celle in Klein Hehlen nennen dort zum Beispiel den Abschluss Master of Science und sechs verschiedene Implantatsysteme. Solche Informationen helfen bei der Vorauswahl. Ob eine Praxis zu Ihnen passt, zeigt sich aber erst im persönlichen Beratungsgespräch.
Diese Fragen sollten Sie im Beratungsgespräch stellen
- Brauche ich einen Knochenaufbau?
- Wird vor dem Eingriff eine 3D-Aufnahme gemacht?
- Welches Implantatsystem wird verwendet, und warum?
- Wie lange dauert die Behandlung insgesamt?
- Welche Alternativen gibt es zum Implantat?
- Wie hoch ist mein Eigenanteil nach dem Festzuschuss?
Fazit
Ein Zahnimplantat ist eine langlebige Lösung, braucht aber gute Planung und einige Monate Zeit. Wer in Celle eine Praxis sucht, sollte auf Erfahrung in der Implantologie, gründliche Diagnostik und einen klaren Kostenplan achten. Bei größeren Versorgungen lohnt sich zusätzlich eine Zweitmeinung.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnmedizinische Beratung oder Diagnose.
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