Prothese löst sich beim Sprechen: Ursachen und Korrektur

Lesedauer: 13 Min
Aktualisiert: 3. Juni 2026 20:02

Eine Zahnprothese, die während des Sprechens verrutscht oder sich löst, stellt für viele Träger ein erhebliches Unbehagen dar. Dieses Problem beeinträchtigt nicht nur die Kommunikation, sondern kann auch das Selbstvertrauen belasten. Wir zeigen Ihnen, welche Ursachen hinter dieser Instabilität stecken und wie Sie mit gezielten Maßnahmen wieder Halt und Sicherheit erreichen.

Die wichtigsten Gründe für Lockerung beim Sprechen

Wenn sich eine Zahnprothese beim Sprechen bewegt, liegt dies meist an mehreren zusammenwirkenden Faktoren. Die Sprache erzeugt durch die Bewegung der Kiefer, Lippen und Zunge dynamische Kräfte, die auf den Prothesenkörper einwirken. Besonders bei Lauten wie „s“, „t“ oder „p“ entstehen kräftige Luftströmungen und Zungenkontakte, die die Prothese aus ihrer Position drängen können.

Der häufigste Grund ist ein schlechter Sitz. Wenn die Prothese nicht optimal an den Kieferleisten angepasst ist, können sich Zwischenräume bilden, in denen Speichel eindringt oder entweicht. Dies führt zu einem Vakuumverlust, das heißt, der wichtige Haftungseffekt zwischen Prothese und Schleimhaut geht verloren. Auch zu viel Speichel oder im Gegenteil eine trockene Mundhöhle können die Haftung beeinflussen – der eine Fall reduziert die Reibung, der andere erschwert die dichte Anlage.

Ein weiterer Auslöser ist der natürliche Knochenabbau. Nachdem Zähne fehlen, bildet sich der Kieferknochen über die Jahre zurück. Dies führt dazu, dass die Prothese, die zunächst perfekt passte, mit der Zeit lockerer wird. Dieser biologische Prozess lässt sich nicht verhindern, aber durch regelmäßige Anpassungen kompensieren.

Welche Rolle spielt die Prothesengröße

Manche Prothesen sind von Anfang an zu groß oder zu klein gefertigt. Ein häufiger Fehler ist die Überextension – die Prothese reicht zu weit in die hinteren Bereiche des Mundes. Dies führt zu Kontakt mit Strukturen, die sich beim Sprechen und Kauen bewegen, etwa mit dem Gaumensegel oder dem Zungengrund. Bei jeder Bewegung dieser Strukturen wird die Prothese mitgerissen.

Eine unterextendierte Prothese dagegen hat nicht genügend Kontaktfläche. Sie verliert schneller ihren Halt und verrutscht leichter. Die korrekte Ausdehnung ist daher entscheidend für einen stabilen Sitz.

Speichelhaushalt und Mundtrockenheit berücksichtigen

Der Speichel spielt eine unterschätzte Rolle bei der Prothesenhaftung. Er bildet einen dünnen Flüssigkeitsfilm zwischen Prothese und Schleimhaut und trägt wesentlich zur Adhesion bei. Menschen mit Xerostomie – einer krankhaft trockenen Mundhöhle – haben oft gravierende Haftungsprobleme.

Umgekehrt kann übermäßiger Speichel ebenfalls problematisch sein, besonders wenn die Speichelkonsistenz sehr flüssig ist. In diesem Fall verliert die Prothese an Reibung und kann leichter verrutschen. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Speichel-Haushalt mit Ihrem Zahnarzt zu besprechen, falls Sie unter extremen Bedingungen leiden.

Schleimhautveränderungen und Entzündungen

Eine entzündete oder gereizte Schleimhaut unter der Prothese sorgt für Schwellungen, die den Sitz verändern. Oft entsteht eine sogenannte Prothesenstomatitis durch mangelnde Reinigung oder zu langes Tragen ohne Pause. Die Schleimhaut schwillt an, schrumpft dann wieder – dies führt zu ständigen Sitzveränderungen. Manche Träger bemerken erst nach einer gründlichen Behandlung dieser Entzündung, dass ihre Prothese wieder besser hält.

Anleitung
1Gründliche Reinigung durchführen: Entfernen Sie die Prothese nach dem Essen und spülen Sie sie unter lauwarmem Wasser ab. Nutzen Sie täglich eine weiche Zahnbürste und Pr….
2Prothesenbasis überprüfen: Schauen Sie sich die Innenseite genau an. Risse, Unebenheiten oder sichtbare Verschleißzeichen deuten auf Reparaturbedarf hin.
3Zahnarzt zur Überprüfung aufsuchen: Nur ein Fachmann kann feststellen, ob der Sitz noch stimmt oder ob eine Umarbeitung nötig ist.
4Prothesenhaftmittel ausprobieren: Falls die Basis passt, können hochwertige Haftcremes oder Haftpulver Abhilfe schaffen. Diese füllen kleinere Unebenheiten aus und erzeug….
5Speichel regulieren: Bei Mundtrockenheit helfen künstliche Speichelprodukte, Wasser trinken und zuckerfreie Bonbons. Bei übermäßigem Speichel besprechen Sie mit Ihrem Zah… — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

Auch eine Kandidaten-Infektion (Mundsoor) kann ähnliche Effekte haben. Die Schleimhaut wird dicker, der Sitz wird lose, und die Prothese beginnt zu wandern.

Schritt-für-Schritt-Maßnahmen zur Verbesserung

Bevor Sie Ihre Prothese ersetzen oder umfangreich reparieren lassen, probieren Sie folgende Schritte aus:

  1. Gründliche Reinigung durchführen: Entfernen Sie die Prothese nach dem Essen und spülen Sie sie unter lauwarmem Wasser ab. Nutzen Sie täglich eine weiche Zahnbürste und Prothesenbürste, um Speisereste und Beläge zu entfernen. Ein Ultraschallgerät oder spezielle Prothesen-Reinigungstabletten können versteckte Bereiche erreichen.
  2. Prothesenbasis überprüfen: Schauen Sie sich die Innenseite genau an. Risse, Unebenheiten oder sichtbare Verschleißzeichen deuten auf Reparaturbedarf hin.
  3. Zahnarzt zur Überprüfung aufsuchen: Nur ein Fachmann kann feststellen, ob der Sitz noch stimmt oder ob eine Umarbeitung nötig ist.
  4. Prothesenhaftmittel ausprobieren: Falls die Basis passt, können hochwertige Haftcremes oder Haftpulver Abhilfe schaffen. Diese füllen kleinere Unebenheiten aus und erzeugen zusätzliche Adhäsion.
  5. Speichel regulieren: Bei Mundtrockenheit helfen künstliche Speichelprodukte, Wasser trinken und zuckerfreie Bonbons. Bei übermäßigem Speichel besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt mögliche Behandlungen.
  6. Aussprache üben: Manche Träger lernen, ihre Zungenposition zu verändern, um die Prothese zu stabilisieren. Ein Logopäde kann hier unterstützend wirken.

Wann ist eine Unterfütterung oder Neuanfertigung sinnvoll

Wenn der Knochenabbau deutlich vorangeschritten ist, reicht eine einfache Anpassung oft nicht mehr aus. Hier kommt eine Unterfütterung in Betracht – das heißt, die Innenseite der Prothese wird mit neuem Material aufgebaut, um wieder einen dichten Sitz zu erreichen. Dies ist eine bewährte und kostengünstige Lösung, wenn die Prothese noch insgesamt von guter Qualität ist.

In anderen Fällen ist die Neuanfertigung einer Prothese notwendig – etwa wenn die Basis beschädigt ist, sich das Material verformt hat oder mehrere Zähne fehlen beziehungsweise wackeln. Eine neue Prothese wird nach aktuellen Gebissabdrücken gefertigt und sollte wieder stabiler sitzen.

Haftmittel richtig einsetzen

Prothesenhaftmittel sind eine schnelle Lösung bei leichten Sitzproblemen. Sie gibt es in verschiedenen Ausführungen:

  • Haftcreme: Wird in dünnen Streifen auf die Innenseite der Prothese aufgetragen, besonders an den Rändern und unter dem Gaumen. Die Creme quetscht Speichel aus und bindet die Prothese enger an die Schleimhaut.
  • Haftpulver: Wird auf die feuchte Prothesenbasis gestreut. Es funktioniert durch Quellung und wird von Menschen mit hohem Speichelfluss oft besser vertragen.
  • Haftstreifen: Vorkonfigurierte Ringe oder Streifen, die auf die Prothesenbasis gelegt werden. Sie sind einfach anzuwenden, aber weniger flexibel als Creme oder Pulver.

Wichtig: Haftmittel sind nur eine Übergangslösung. Sie überdecken das Problem, lösen es aber nicht dauerhaft. Falls Sie ständig Haftmittel brauchen, ist eine Zahnarzt-Untersuchung unumgänglich.

Gewöhnung und Anpassungszeit nutzen

Manchmal ist die Lockerheit auch eine Gewöhnungsfrage. Neue Prothesen erfordern eine Anpassungszeit von mehreren Wochen. In dieser Phase arbeiten Ihre Kaumuskeln, Lippen und Zunge daran, die Prothese zu stabilisieren. Regelmäßiges Sprechen und Essen helfen, diese Stabilisierung zu trainieren.

Manche Menschen schaffen es, durch bewusstes Training ihrer Mundmuskulatur die Prothese besser zu halten. Ein Zahnarzt oder Logopäde kann Übungen zeigen, die helfen, die Zungenposition zu verfeinern und Lippen sowie Wangen besser einzusetzen.

Prothesenpflege im Alltag optimieren

Eine angepasste Pflegeroutine trägt viel dazu bei, dass die Prothese ihre Haftung behält:

  • Prothese nach jeder Mahlzeit herausnehmen und spülen
  • Nachts aus dem Mund nehmen und in Wasser oder spezieller Aufbewahrungslösung lagern – dies gibt der Schleimhaut Ruhe und verhindert Druckstellen
  • Mindestens einmal täglich mit Prothesenbürste und Prothesen-Reinigungsmittel putzen
  • Kein heißes Wasser verwenden – dies kann das Material verformen
  • Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt durchführen, mindestens alle 6 bis 12 Monate

Wenn es um implantate gestützte Alternativen geht

Falls herkömmliche Prothesen immer wieder Probleme bereiten, lohnt sich ein Gespräch über Implantat-Lösungen. Zahnimplantate bieten eine deutlich höhere Stabilität, da sie fest im Knochen verankert sind. Allerdings sind sie mit höheren Kosten und mehreren Behandlungsphasen verbunden.

Eine Übergangs-Option sind implantat-gestützte Prothesen – die Prothese wird an zwei oder mehr Implantaten befestigt. Dies kombiniert Stabilität mit etwas höherer Ästhetik und besserer Retention als eine rein schleimhaut-getragene Prothese. Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, ob diese Lösung für Sie infrage kommt.

Professionelle Beratung und Diagnostik

Wir raten Ihnen dringend, bei anhaltenden Problemen einen Zahnarzt aufzusuchen. Er kann:

  • Den Sitz der Prothese überprüfen und eventuelle Über- oder Unterextensionen feststellen
  • Die Schleimhaut auf Entzündungen, Irritationen oder Infektionen untersuchen
  • Den Speichel-Haushalt beurteilen
  • Abdrücke neuerfertigen, wenn der Knochenabbau zu weit fortgeschritten ist
  • Reparaturen durchführen oder die Prothese erneut anpassen
  • Individualisierte Hinweise geben, welche Haftmittel zu Ihrer Situation passen

Ein guter Zahnarzt nimmt sich Zeit für Ihre Beschwerden und erklärt, welche Schritte sinnvoll sind. Nutzen Sie diese Chance, um Ihre Lebensqualität mit der Prothese deutlich zu verbessern.

Biomechanische Faktoren beim Sprechen

Wenn wir sprechen, setzen wir komplexe Bewegungsabläufe in Gang, die auch auf den Zahnersatz einwirken. Die Zungenbewegungen, die Lippen- und Wangenmuskeln üben während des Sprechens Druck und Zugkräfte auf die Prothese aus. Besonders bei bestimmten Lautbildungen – etwa beim „s“, „z“ oder „t“ – entstehen erhebliche mechanische Belastungen. Wir müssen hier verstehen, dass diese Kräfte nicht konstant sind, sondern in Spitzen auftreten, die die Haftung überfordern können. Die Artikulation erfordert präzise Muskelbewegungen, die einen stabilen Sitz der Prothese voraussetzen. Liegt eine Instabilität vor, verstärkt sich das Problem mit jedem gesprochenen Satz. Die Geometrie und Form des Prothesenlagers spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ein ideal angepasstes Prothesenlager verteilt diese Kräfte gleichmäßig und ermöglicht sichere Haftung. Sitzt die Basis hingegen nicht vollständig am Kiefer an oder gibt es Unebenheiten, entstehen Hebelpunkte, die bei Sprechbewegungen zu Verschiebungen führen.

Dynamische Veränderungen des Kiefers erfassen

Der Kieferknochen ist kein statisches Gebilde – er unterliegt kontinuierlichen Umbauprozessen. Nach dem Verlust natürlicher Zähne baut sich das Knochenvolumen allmählich ab, ein Prozess, der sich über Monate und Jahre erstreckt. Diese sogenannte Resorption verändert die Anatomie des Kiefers dauerhaft und beeinflusst damit auch die Passform der Prothese. Wir erleben häufig, dass Zahnersatz, der anfangs perfekt saß, nach einigen Monaten plötzlich an Halt verliert – ohne dass der Patient etwas falsch gemacht hat. Die Resorption verläuft nicht gleichmäßig. Bestimmte Areale bauen sich schneller ab als andere, was zu Unebenheiten führt, die gerade beim Sprechen kritisch werden. Auch hormonelle Veränderungen – besonders bei Frauen in der Menopause – können den Knochenabbau beschleunigen. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt helfen, diese Veränderungen frühzeitig zu erkennen und durch Unterfütterungen oder notfalls neue Anfertigung gegenzusteuern.

Funktionelle Belastungstests durchführen

Um die wahre Ursache der Lockerung beim Sprechen zu identifizieren, führen wir verschiedene Funktionstests durch. Der Zahnarzt kann Sie beispielsweise bitten, bestimmte Laute zu sprechen oder Mundbewegungen auszuführen, während er beobachtet, wie sich die Prothese verhält. Dabei zeigen sich oft Bewegungsmuster, die im Ruhezustand nicht sichtbar sind. Ein wichtiger Test ist auch die Überprüfung der Retention im dynamischen Zustand. Wir können Indikatoren einsetzen, um zu sehen, welche Areale der Prothesenunterfläche nicht vollständig am Kiefer anliegen. Manchmal ist es auch sinnvoll, verschiedene Haftmittel unter Alltagsbedingungen zu erproben, um deren Wirksamkeit beim Sprechen zu prüfen. Diese diagnostischen Schritte geben uns konkrete Anhaltspunkte, ob eine Anpassung an der Basis ausreicht oder ob tiefer gehende Maßnahmen notwendig sind.

Muskuläre Koordination und Gewöhnung optimieren

Viele Patienten unterschätzen die Rolle ihrer eigenen Muskulatur. Die Mund-, Zungen- und Wangenmuskulatur kann aktiv zur Stabilisierung der Prothese beitragen – aber das erfordert Bewusstsein und Training. Besonders bei neuer oder veränderter Prothese braucht der Körper Zeit, um die richtigen Bewegungsmuster zu erlernen. Wir können durch gezielte Übungen helfen, diese Koordination zu verbessern. Einige Patienten „halten“ ihre Prothese unbewusst mit den Lippen fest oder verändern ihre Sprechmuster, um die Lockerung zu kompensieren. Dies führt zu Verspannungen und ist auf Dauer anstrengend. Ein Logopäde oder auch der Zahnarzt können Ihnen zeigen, wie Sie natürlich sprechen, ohne dabei unnötige Muskelanspannungen aufzubauen. Auch das Üben einzelner Laute vor dem Spiegel hilft, Bewegungsabläufe zu korrigieren und die Prothese stabiler zu halten.

Schleimhautschutz und Druckverteilung verbessern

Eine entzündete oder gereizte Schleimhaut haftet deutlich schlechter als eine gesunde. Achten Sie daher auf sanfte Reinigung und ausreichende Ruhezeiten für Ihren Mund. Wir empfehlen, die Prothese nachts zu entfernen und die Schleimhaut zu entlasten. Gleichzeitig können bestimmte Materialien helfen, den Druck besser zu verteilen. Es gibt auch sogenannte elastische Unterfütterungsmaterialien, die flexibler sind als die starre Prothesenbasis. Sie dämpfen Bewegungen ab und können bei dynamischen Belastungen – wie beim Sprechen – für mehr Stabilität sorgen. Diese Materialien sind besonders dann sinnvoll, wenn die Schleimhaut unter Druck leidet oder wenn anatomische Besonderheiten des Kiefers eine klassische starre Basis schlecht verträgt.

Implantat-getragene Lösungen als langfristige Alternative

Falls die genannten Maßnahmen nicht ausreichen oder die Prothesenpflege zur Belastung wird, können Sie sich mit Ihrem Zahnarzt über implantate-getragene Alternativen unterhalten. Diese bieten deutlich mehr Stabilität und Sicherheit beim Sprechen. Ein oder mehrere Implantate im Kiefer dienen als natürliche Ankerpunkte, an denen der Zahnersatz befestigt wird. Der Vorteil liegt darin, dass Sie sich beim Sprechen, Lachen oder Essen nicht mehr um Rutschbewegungen sorgen müssen. Der Zahnersatz sitzt deutlich fester und fühlt sich vielen Patienten natürlicher an. Allerdings ist diese Lösung mit höheren Kosten und einem chirurgischen Eingriff verbunden. Auch die Heilungsphase erfordert Geduld. Für manche Patienten lohnt sich jedoch dieser Aufwand, um langfristig wieder uneingeschränkt sprechen zu können.

Gewöhnung an Haftmittel richtig gestalten

Viele Patienten haben Bedenken gegenüber Haftmitteln, weil sie unter chemischen Zusätzen oder Gewöhnungseffekten fürchten. Diese Sorgen sind oft unbegründet. Hochwertige Haftmittel sind dermatologisch geprüft und belasten die Schleimhaut nicht. Wichtig ist jedoch, sie sparsam und richtig anzuwenden. Wir empfehlen, das Haftmittel in Form von drei bis vier kleinen Punkten auf der Innenseite der Prothesenbasis zu verteilen – nicht vollflächig. So entfaltet es seine optimale Wirkung, ohne die Schleimhaut zu überlasten. Vor der Neuanwendung sollte die alte Schicht vollständig entfernt werden. Lagerung und Dosierung spielen ebenfalls eine Rolle – lagern Sie Haftmittel kühl und trocken, um seine Wirksamkeit zu bewahren. Bei richtiger Anwendung können Sie damit die Stabilität beim Sprechen erheblich verbessern, ohne langfristige Nebenwirkungen zu riskieren.

Ernährung und Speichelproduktion unterstützen

Der Speichel ist ein natürliches Haftmittel und wird oft unterschätzt. Eine ausreichende Speichelproduktion ist Voraussetzung für gute Haftung. Manche Medikamente, bestimmte Erkrankungen oder auch simple Dehydration können die Speichelproduktion reduzieren. Überprüfen Sie, ob Sie ausreichend trinken – Wasser ist dabei das beste Mittel. Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Häufiger Konsum von Zucker oder sehr trockenen Lebensmitteln kann die Mundflora ungünstig beeinflussen und die Speichelqualität verschlechtern. Durch bewusstere Ernährung und ausreichend Flüssigkeit unterstützen Sie Ihren Körper dabei, optimale Bedingungen für die Prothesenhaftung zu schaffen. Zusätzliche Speichelersatzmittel können sinnvoll sein, wenn die natürliche Produktion dauerhaft eingeschränkt ist.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Prothesenhaftung beim Sprechen

Warum verursacht starkes Sprechen mehr Bewegung als normales Sprechen?

Beim Sprechen entstehen durch die Bewegung von Lippen, Zunge und Kiefern mechanische Kräfte, die direkt auf die Prothese einwirken. Lautes oder schnelles Sprechen intensiviert diese Bewegungsmuster erheblich, weshalb die Haftung stärker beansprucht wird als bei leiser Unterhaltung.

Kann ich die Prothese selbst nachbessern, wenn sie sich lockert?

Eine eigenständige Anpassung ist nicht zu empfehlen und kann zu Beschädigungen führen. Unser Zahntechnik-Team verfügt über die notwendigen Messinstrumente und Materialien, um die Prothese fachmännisch nachzuarbeiten. Eine professionelle Justierung sichert sowohl die Funktion als auch die Lebensdauer des Zahnersatzes.

Wie lange dauert die Gewöhnung an eine neue Prothese?

In der Regel benötigen Sie zwei bis vier Wochen, um sich vollständig an eine neue oder überarbeitete Prothese zu gewöhnen. In dieser Zeit passen sich Ihre Mundmuskulatur und Ihr Sprechmuster an den Zahnersatz an, was die Stabilität deutlich verbessert.

Welcher Haftmittel-Typ eignet sich am besten für viel Sprechen?

Cremehaftmittel bieten in der Regel eine zuverlässigere Haftung für dynamische Belastung als Pulverhaftmittel. Sie sollten das Mittel in dünnen Streifen auftragen und darauf achten, es täglich komplett zu entfernen, um Entzündungen zu vermeiden.

Kann Mundtrockenheit vollständig behoben werden?

Echte Xerostomie (Mundtrockenheit) benötigt ärztliche Betreuung und kann je nach Ursache unterschiedlich behandelt werden. Wir können jedoch durch oberflächliche Verbesserungen und die richtige Prothesen-Passung viel dazu beitragen, die Haftung trotz trockenerem Mundklima zu verbessern.

Sind implantate-gestützte Prothesen wirklich weniger anfällig für Lockerung?

Implantate bieten eine mechanische Verankerung, die unabhängig von Speichel oder Schleimhaut-Haftung funktioniert. Dies führt zu deutlich höherer Stabilität, besonders beim Sprechen und Kauen. Allerdings sind die Anschaffungskosten und das chirurgische Verfahren erheblich höher als bei konventionellen Lösungen.

Wie oft sollte ich die Prothese kontrollieren lassen?

Wir empfehlen mindestens halbjährliche Kontrolltermine in unserer Praxis. Bei neu angefertigten Prothesen oder wiederkehrenden Problemen sind engere Abstände sinnvoll, um Anpassungen zeitnah vorzunehmen und Schleimhautverletzungen zu vermeiden.

Kann eine neuartige Unterfütterung aus anderen Materialien helfen?

Moderne Unterfütterungsmaterialien – etwa flexible oder viskoelastische Varianten – können die Stoßdämpfung verbessern und die Kraft-Verteilung optimieren. Eine Neuunterfütterung ist eine sinnvolle Zwischenlösung, bevor eine komplette Neuanfertigung in Betracht kommt.

Fazit

Eine lockernde Prothese beim Sprechen ist lösbar – durch das Zusammenspiel von passgenauer Anfertigung, individueller Anpassung, Haftmitteleinsatz und täglicher Pflege. Wir unterstützen Sie dabei, die richtige Kombination dieser Maßnahmen zu finden und Ihre Zahnersatz-Erfahrung langfristig zu stabilisieren. Eine regelmäßige Zusammenarbeit mit uns garantiert, dass Ihr Zahnersatz auch bei intensivem Gebrauch zuverlässig sitzt.

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Redaktionshinweis

Unsere Beiträge dienen der allgemeinen Information und Orientierung. Wir bieten keine individuelle zahnmedizinische Beratung, keine Diagnose, keine Behandlungsplanung und keine persönliche Versicherungs- oder Finanzberatung. Bei Beschwerden, Schmerzen, Fragen zum Heil- und Kostenplan oder vor verbindlichen Entscheidungen sollten Sie eine Zahnarztpraxis, Ihre Krankenkasse, Ihre Zahnzusatzversicherung oder eine geeignete Beratungsstelle einbeziehen.

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