Krone unter Schmerzen: Wann muss nachgebessert werden?

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 7. Juni 2026 15:41

Nach dem Einsetzen einer Zahnkrone treten Beschwerden häufig auf – doch nicht alle erfordern sofort zahnärztliches Handeln. Manche Beschwerden klingen von selbst ab, während andere auf notwendige Anpassungen hindeuten. Eine fundierte Unterscheidung hilft Ihnen zu erkennen, ob Sie abwarten oder einen Termin vereinbaren sollten.

Normale Reaktionen in der Eingewöhnungsphase

In den ersten Tagen nach dem Einsetzen einer Krone ist eine gewisse Empfindlichkeit völlig normal. Ihr Zahn und das umliegende Gewebe müssen sich an die neue Restauration gewöhnen. Diese Phase kann zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen andauern, abhängig von Ihrer individuellen Heilungsgeschwindigkeit und Zahngesundheit.

Das Gefühl, dass die Krone „zu hoch“ sitzt oder leicht fremd wirkt, ist ebenfalls häufig. Dies verbessert sich meist von selbst, wenn Sie Ihren Biss anpassen und das Material unter normaler Belastung etwas eingearbeitet wird. Leichte Druckempfindungen beim Kauen können während dieser Gewöhnungszeit auftreten.

Warnsignale für erforderliche Anpassungen

Halten Schmerzen über zwei Wochen an oder verschlimmern sich sogar, ist eine zahnärztliche Kontrolle notwendig. Ein persistierender Schmerz beim Zubeißen deutet häufig auf eine Bissproblem hin – die Krone berührt beim Schließen der Zähne zu früh oder zu intensiv. Dies führt zu einer einseitigen Belastung des behandelten Zahns und kann zu Entzündungen oder Nervenkomplikationen führen.

Auch pochende oder pulsierende Schmerzen sind ein wichtiges Signal. Sie können darauf hindeuten, dass sich der Zahnnerv entzündet hat oder sogar abgestorben ist. Dies erfordert möglicherweise eine Wurzelbehandlung, um den Zahn zu retten.

Schwellungen des Zahnfleischs um die Krone herum, Rötungen oder ein permanentes Pochen deuten auf eine Entzündungsreaktion hin. In solchen Fällen muss überprüft werden, ob die Krone richtig sitzt und das Zahnfleisch nicht dauerhaft gereizt wird.

Biss-Probleme erkennen und beheben

Ein häufigster Grund für Schmerzen nach dem Einsetzen ist eine fehlerhafte Bisslage. Wenn die Krone höher sitzt als die natürlichen Nachbarzähne, trägt sie überproportional zur Kaukraft bei. Dies führt zu erhöhtem Druck auf den behandelten Zahn und umliegenden Strukturen.

Um ein Bissproblem zu identifizieren, können Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Beißen Sie vorsichtig zusammen und achten Sie darauf, welcher Zahn zuerst Kontakt hat
  • Vergleichen Sie die Kontaktkraft mit anderen Zähnen – fühlt sich die gekrönte Stelle überlastet an?
  • Kauen Sie alternativ auf der einen und anderen Seite und beobachten Sie, wo der Schmerz stärker auftritt
  • Notieren Sie, ob der Schmerz beim Frühstück beginnt und über den Tag anhält oder nur sporadisch auftritt

Bei diesen Beobachtungen sollten Sie einen Termin vereinbaren. Der Zahnarzt kann mit einem Bissregistrat (Abdruckmaterial zwischen den Zähnen) genau feststellen, wo die Krone den Biss behindert. Anschließend wird die Okklusion (Bissfläche) mit speziellen Bohrern präzise angepasst, bis der Biss harmonisch ist.

Zahnfleischentzündung und Randprobleme

Die Grenzfläche zwischen Krone und Zahnhals ist eine kritische Zone. Wenn hier Speisereste oder Bakterien eindringen können, entstehen Entzündungen. Dies geschieht häufig, wenn die Krone nicht sauber auf dem Zahnstumpf aufliegt oder wenn der Kronenrand uneben verarbeitet wurde.

Bemerken Sie Blutungen beim Zähneputzen, Rötung oder ein Gefühl, als würde das Zahnfleisch „aufgeschwollen“ sein, deutet dies auf eine lokale Entzündung hin. Manchmal ist auch ein unangenehmer Geschmack oder Geruch um die Krone herum spürbar.

Ihr Zahnarzt kann den Kronenrand inspizieren und gegebenenfalls glätten oder neu polieren. In einigen Fällen ist auch eine professionelle Reinigung unter der Kronenlinie erforderlich, um Entzündungsauslöser zu entfernen. Sollte das Problem strukturell bedingt sein (etwa ein defekter Kronenrand), kann eine neue Krone notwendig werden.

Nervenreizung und pulpale Reaktionen

Der Zahnnerv (die Pulpa) sitzt direkt unter der Zahnsubstanz. Bei der Kronenpräparation wird zwar versucht, ihn zu schonen, aber die mechanische Belastung und Hitzeentwicklung während des Schleifens können ihn reizen. Dies führt zu einer vorübergehenden Empfindlichkeit, die aber normalerweise innerhalb von 1–2 Wochen verschwindet.

Wenn die Schmerzen jedoch chronisch werden – vor allem mit deutlichen, intensiven Pulswellen oder nächtlichem Zahnschmerz – kann sich das Nervgewebe entzündet haben. In diesem Fall ist sofortige zahnärztliche Hilfe erforderlich. Der Zahnarzt wird überprüfen, ob der Zahn noch vital ist (mit einem Vitalitätsprüfer oder Röntgenaufnahme), und entscheiden, ob eine Wurzelbehandlung notwendig ist.

Allergische Reaktionen auf Kronenmaterialien

Obwohl selten, sind allergische Reaktionen auf Dentallegierungen oder andere Materialien in der Krone möglich. Manche Menschen reagieren empfindlich auf Nickel, Chrom oder andere Metalle in Metalllegierungen. Dies äußert sich oft nicht nur in Schmerzen, sondern auch in Rötung, Schwellung oder Juckreiz im Zahnfleischbereich.

Falls Sie eine bekannte Metallallergie haben, teilen Sie dies Ihrem Zahnarzt unbedingt mit. Es gibt nickelfreie Legierungen und vollkeramische Kronen (Zirkondioxid oder Lithiumsilikat), die als Alternative zur Verfügung stehen. Bei anhaltenden Symptomen, die nach der Standardbehandlung nicht verschwinden, sollte eine Materialunverträglichkeit ausgeschlossen werden.

Sekundärer Karies unter der Krone

Eine Zahnkrone schützt die darunterliegende Zahnsubstanz, aber nur, wenn sie dicht sitzt. Bildet sich an den Rändern ein Spalt, können Bakterien eindringen und dort Karies entwickeln. Dies geschieht langsam und verursacht anfangs manchmal kaum Symptome – bis der Schaden größer wird.

Wenn Sie um die Kronenlinie herum einen dunklen Schatten sehen oder die Krone sich nach einiger Zeit wieder locker anfühlt, könnte Karies im Spiel sein. Röntgenaufnahmen helfen dem Zahnarzt, dies zu diagnostizieren. Eine beginnende sekundäre Karies wird oft durch Erneuerung oder Reparatur der Krone behandelt, in schweren Fällen kann auch der gesamte Zahnstumpf geschädigt sein.

Wann es Zeit für eine Nachbesserung ist

Zusammengefasst sollten Sie einen Kontrolltermin buchen, wenn:

  • Schmerzen länger als zwei Wochen anhalten
  • Der Biss deutlich unausgeglichen wirkt (die Krone fühlt sich zu hoch an)
  • Zahnfleisch geschwollen, gerötet oder blutend ist
  • Pochende oder pulsierende Schmerzen auftreten, besonders nachts
  • Die Krone wackelt oder sich locker anfühlt
  • Ein unangenehmer Geschmack oder Geruch um die Krone besteht
  • Sie eine bekannte Unverträglichkeit gegen Dentalmetalle haben und Reaktionen zeigen

Bei diesen Symptomen ist eine schnelle Konsultation wichtig, da viele dieser Probleme, wenn sie früh erkannt werden, durch relativ einfache Anpassungen behoben werden können.

Der Ablauf einer Krone-Anpassung

Wenn Sie zum Zahnarzt gehen, wird dieser zunächst die Krone und deren Sitz untersuchen. Mit einem Instrumentarium (Sonde, Spiegel) prüft er die Grenzflächen und tastet nach Unebenheiten oder Spalten. Auch der Biss wird überprüft – oft mit Bissfolie, die zeigt, wo der Kontakt zu intensiv ist.

Röntgenaufnahmen helfen, verborgene Probleme wie sekundäre Karies oder Nervenschäden auszuschließen. Ein Vitalitätstest (elektrisch oder kalt) überprüft, ob der Zahnnerv noch reagiert.

Je nach Diagnose können verschiedene Maßnahmen folgen:

  • Bissjustage: Die Okklusalfläche wird mit dem Bohrer bearbeitet, bis der Biss ausgeglichen ist. Dies dauert üblicherweise wenige Minuten.
  • Kronenrand-Politur: Raue oder scharfkantige Kanten werden geglättet, um Zahnfleischreizungen zu lindern.
  • Professionelle Reinigung: Speisereste und Biofilm unter der Kronenlinie werden entfernt.
  • Neue Krone: Sollte die Krone defekt, nicht passgerecht oder unlösbar entzündet sein, wird sie entfernt und eine neue angefertigt.
  • Wurzelbehandlung: Wenn der Nerv dauerhaft geschädigt ist, wird der Zahnkanal behandelt, während die Krone sitzenbleiben kann.

Prävention für die Zukunft

Um Probleme mit einer Zahnkrone zu minimieren, sollten Sie nach der Insertion und während der Eingewöhnung besonders sorgfältig sein. Vermeiden Sie harte oder klebrige Lebensmittel in den ersten Wochen und kauen Sie wenn möglich auf der anderen Seite. Dies gibt dem Zahn Zeit, sich zu stabilisieren.

Mundhygiene ist essentiell. Zahnseide, Zahnbürste und idealerweise eine Zahnzwischenraumbürste helfen, Speisereste und Biofilm zu entfernen. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Linie zwischen Krone und Zahnfleisch gelten – hier sammeln sich Bakterien am leichtesten an.

Regelmäßige Zahnarztbesuche (mindestens zweimal pro Jahr) helfen, Probleme früh zu erkennen, bevor sie sich zu echten Komplikationen entwickeln. Sollten Sie nachts mit den Zähnen knirschen, kann eine Schutzschiene das Risiko von Kronenbrüchen senken.

Psychologische Aspekte der Eingewöhnung

Es ist völlig normal, sich nach dem Setzen einer Krone zunächst „unwohl“ zu fühlen. Der Mund ist äußerst sensibel und registriert selbst kleinste Veränderungen. Was objektiv nur eine winzige Unevenheit darstellt, kann sich subjektiv wie ein großes Hindernis anfühlen. In vielen Fällen normalisiert sich diese Wahrnehmung nach etwa einer Woche, sobald das Gehirn die neue Situation „gelernt“ hat.

Dies bedeutet nicht, dass berechtigte Schmerzen ignoriert werden sollten. Aber zwischen einer normalen Eingewöhnungsempfindlichkeit und echtem Schmerz, der auf ein Problem hindeutet, zu unterscheiden ist wichtig. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt – eine Kontrolluntersuchung kostet Ihnen nur Zeit und kann große Probleme verhindern.

Langzeitverträglichkeit und Material-Spezifika

Nicht alle Schmerzen nach der Kroneneinbringung deuten auf einen Behandlungsfehler hin. Manchmal reagiert der Zahn selbst auf die neue Situation. Wir unterscheiden hier zwischen vorübergehenden physiologischen Reaktionen und echten Material-Unverträglichkeiten. Besonders bei Metallkronen oder Metallkeramik-Kombinationen können in seltenen Fällen biologische Reaktionen auftreten, die erst nach Wochen oder Monaten deutlich werden.

Auch die Oberflächenrauheit der Krone spielt eine Rolle. Eine zu raue Oberfläche reizt das Zahnfleisch kontinuierlich und führt zu Entzündungen, die sich durch Druckempfindlichkeit oder Blutungen beim Kauen äußern. Hier hilft oft eine Oberflächenglättung durch den Zahnarzt, ohne dass die ganze Krone erneuert werden muss. Gleichzeitig sollten Sie auf hochwertige Mundpflegeprodukte achten und die Stelle besonders sorgfältig, aber sanft reinigen.

Okklusions-Interferenzen und ihre Auswirkungen auf Nachbarstrukturen

Ein häufig übersehener Grund für anhaltende Beschwerden liegt in subtilen Biss-Interferenzen. Diese entstehen, wenn die neue Krone zwar im direkten Kontakt nicht störend wirkt, aber beim seitlichen Kauen oder bei Mahlbewegungen an einer ungünstigen Stelle anschlägt. Das kann zu Spannungen im Kiefergelenk führen oder den Gegenzahn abnormalen Belastungen aussetzen.

Um dies zu diagnostizieren, nutzen wir spezielle Bissregistrierungsfolien und führen eine dynamische Bissanalyse durch. Dabei bewegen Sie den Unterkiefer in verschiedene Richtungen, und wir beobachten, wo und wann der Kontakt zu früh oder zu intensiv stattfindet. Die Korrektur erfolgt dann gezielt durch Abschleifen der störenden Bereiche an der Kronenfläche. In manchen Fällen ist auch eine Anpassung des antagonistischen Zahnes (also des gegenüberliegenden Zahnes) sinnvoll.

Entzündliche Prozesse unter der Krone: Früherkennung und Intervention

Unter einer bereits eingegliederten Krone kann sich eine Entzündung des darunter liegenden Gewebes entwickeln, ohne dass Sie dies sofort bemerken. Diese Prozesse entstehen durch minimale Undichtigkeiten am Kronenrand, durch die Bakterien eindringen, oder durch zu tiefe Präparation bei der ursprünglichen Zahnbearbeitung.

Charakteristische Zeichen sind diffuser Druckschmerz beim Kauen, ein leichtes Pochen in der Nacht, oder eine ganz subtile Schwellung des Zahnfleisches nur an dieser einen Stelle. Manchmal tritt auch ein unangenehmer Geschmack auf, der andeutet, dass sich unter der Krone ein Prozess abspielt.

In solchen Fällen ist eine genaue Diagnostik erforderlich. Wir setzen Röntgenaufnahmen ein, um zu sehen, ob bereits Knochenverlust stattgefunden hat, und prüfen, ob die Krone vom Zahn abgelöst ist. Sollte sich die Entzündung noch in einem frühen Stadium befinden, kann oft eine Reinigung und Desinfektion unter Entfernung und erneuter Befestigung der Krone ausreichen. Bei fortgeschritteneren Fällen wird eine neue Krone notwendig.

Belastungsabhängige Symptome und funktionelle Anpassung

Manche Schmerzen treten nur bei bestimmten Kaubewegungen auf oder sind an bestimmte Tageszeiten gebunden. Dies deutet oft auf eine unausgewogene Belastungsverteilung hin. Ein Zahn mit Krone sollte nicht überproportional beim Kauen belastet werden, insbesondere nicht bei Eckzahn- oder Prämolaren-Funktionen.

Wir analysieren Ihre Kaubahn und kontrollieren, ob die Krone in den Laterotrusion- und Protrusionsbewegungen richtig „aus dem Weg“ ist. Das bedeutet: Wenn Sie den Unterkiefer seitlich bewegen, darf die Krone nicht mit den unteren hinteren Zähnen in Kontakt kommen – nur die natürlichen Führungszähne sollten arbeiten. Ist dies nicht der Fall, schleifen wir die entsprechenden Kontaktflächen ab.

Sie können selbst einen einfachen Test durchführen: Kauen Sie langsam Kaugummi und achten Sie darauf, auf welcher Seite die Krone am meisten Kontakt hat. Wenn diese Seite immer spannt oder schmerzt, sollten Sie das bei der nächsten Kontrolle ansprechen.

Verzögerte Reaktionen des Nervs und progressive Symptomatik

Das Zahnmark (die Pulpa) braucht Zeit, um auf invasive Maßnahmen zu reagieren. Eine Krone wird auf einem beschliffenen Zahn befestigt – das ist ein Eingriff, und der Nerv registriert das. In den meisten Fällen beruhigt sich das Gewebe innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder. Doch bei einem sehr tiefen Beschliff oder bei älteren Menschen kann die Nervreaktion prolongiert sein.

Wenn die Schmerzen erst nach vier bis acht Wochen beginnen oder progressiv schlimmer werden, kann dies ein Zeichen für eine langsam voranschreitende Reizung oder sogar Entzündung der Pulpa sein. In diesem Fall ist eine Nachbesserung durch Neugestaltung oder Austausch der Krone wahrscheinlich nicht ausreichend – es könnte eine Wurzelbehandlung notwendig werden. Deshalb ist die rechtzeitige fachliche Beurteilung so wichtig.

Qualitätskontrolle bei der Eingliederung: Was wir überprüfen

Eine professionelle Kontrolle bei der Eingliederung umfasst mehrere Schritte. Zunächst prüfen wir die Passung mit einer Prüfpaste oder einem virtuellen Okklusal-Scanner. Danach folgt die Biss-Überprüfung in der Intercuspalposition (also der natürlichen Ruhebisslage) und dann die dynamische Kontrolle in Bewegung.

Auch die Marginalpassung wird untersucht – der Bereich, wo die Krone auf den Zahn trifft. Dieser Übergang muss glatt sein und darf nicht mehr als 50 bis 100 Mikrometer Spalt aufweisen. Mit dem bloßen Auge sichtbare Spalten sind auf jeden Fall ein Anlass zur Nachbesserung. Abschließend prüfen wir noch die Friktion, also wie leicht sich die Krone bewegen lässt – sie sollte fest sitzen, aber nicht so fest, dass Sie sie nicht mehr reinigen können.

Nachträgliche Verformung und Abnutzung der Kronenmaterialien

Über Monate oder Jahre hinweg können sich Kronenmaterialien, insbesondere Kunststoffkomponenten, verändern. Composite-Anteile nutzen sich ab, Farben können ausbleichen, und in seltenen Fällen entstehen mikroskopische Risse, die Wasser aufnehmen und zu inneren Spannungen führen.

Besonders bei älteren Kronen, die schon fünf oder zehn Jahre in Gebrauch sind, können Sie eine allmähliche Verschlechterung erleben: Das Zahnfleisch blutet leichter, die Krone wird empfindlicher gegen Kälte, oder es entwickelt sich ein chronischer Druck. Hier ist nicht immer sofort eine neue Krone notwendig – manchmal hilft eine Oberflächenbehandlung, eine neue Versiegelung oder eine Politur. Nur wenn die strukturelle Integrität ernsthaft beeinträchtigt ist, sollte eine Neuanfertigung erwogen werden.

Speichelmangel und chronische Mundtrockenheit als Cofaktor

Speichel schützt die Zahnstrukturen und das Zahnfleisch vor Infektionen und Austrocknung. Wenn Sie unter Mundtrockenheit leiden – sei es durch Medikamente, Systemerkrankungen oder Alterungsprozesse – kann dies die Verträglichkeit einer Krone erheblich beeinflussen.

Eine Krone in einer trockenen Mundhöhle ist stärker anfällig für Kariesbildung am Rand und für Zahnfleischentzündungen. Auch die Haftung des Zahnfleisches am Kronenrand verschlechtert sich. Wenn wir ein solches Problem identifizieren, empfehlen wir neben zahnärztlichen Maßnahmen auch die Nutzung von Speichelersatzprodukten, intensivere Fluoridanwendungen und möglicherweise eine Anpassung der Kronenmaterialwahl für zukünftige Restaurationen.

Zusammenspiel mit Zahnstein und Biofilm-Problematik

Eine Krone mit rauen oder porigen Oberflächen ist ein idealer Nährboden für Biofilm-Ansammlungen und Zahnsteinbildung. Dies führt zu einem Teufelskreis: Je mehr Biofilm sich ablagert, desto mehr reizt er das Zahnfleisch, das darauf mit Rückgang reagiert, was wiederum neue Nischen schafft.

Wir empfehlen bei einer problematischen Krone zunächst eine professionelle Zahnreinigung mit speziellen Instrumenten, um auch unter dem Kronenrand zu reinigen. Danach folgt eine Härtung der Oberflächenfinish durch Hochglanzpolitur. In manchen Fällen ist auch eine antimikrobielle Beschichtung sinnvoll. Sollte sich das Problem trotzdem nicht bessern, ist

Fragen und Antworten

Wie lange dauert es, bis sich eine neue Zahnkrone normal anfühlt?

Die Gewöhnungsphase erstreckt sich üblicherweise über zwei bis vier Wochen. In dieser Zeit passen sich Ihr Kaumuskelgefühl und Ihre Wahrnehmung an die neue Oberfläche an. Sollten Beschwerden über diesen Zeitraum hinaus bestehen bleiben, empfehlen wir, Ihren Zahnarzt aufzusuchen.

Können Zahnkronen allergische Reaktionen auslösen?

Ja, manche Patienten reagieren empfindlich auf Metalllegierungen oder Kunststoffkomponenten in der Kronenmasse. Dies äußert sich meist durch Rötung, Schwellungen oder Juckreiz am Zahnfleisch. Falls Sie entsprechende Symptome bemerken, besprechen Sie mit uns alternative Materialien wie Gold oder hochwertige Keramik.

Wann sollte ich die Krone austauschen anstatt sie nachzubessern?

Ein Austausch ist erforderlich, wenn die strukturelle Integrität beschädigt ist – etwa bei Bruchstellen, großflächigen Verschleißerscheinungen oder wenn wiederholte Anpassungen nicht zum gewünschten Erfolg führen. Auch bei fortgeschrittener Sekundärkaries unter der Krone ist ein Neubefund häufig notwendig.

Kann ich mit Schmerzen unter der Krone selbst abwarten, bis ein Termin verfügbar ist?

Das hängt von der Schmerzintensität ab. Leichte Druckempfindlichkeit, die mit den Tagen nachlässt, ist oft unbedenklich. Starke, pochende oder konstante Schmerzen deuten jedoch auf eine Entzündung oder Nervenbeteiligung hin und sollten zeitnah untersucht werden – verzögerungen könnten zu größeren Schäden führen.

Wie erkennen wir, ob die Schmerzen vom Biss oder vom Zahnfleisch ausgehen?

Beim Biss empfinden Sie den Schmerz vor allem beim Zubeißen oder bei gezieltem Druck auf die betreffende Stelle. Bei Zahnfleischproblemen ist die Stelle eher druckempfindlich und kann gerötet oder geschwollen wirken. Unser Team führt eine klinische Untersuchung durch und nutzt bei Bedarf Röntgenaufnahmen, um die genaue Ursache zu identifizieren.

Welche Kosten entstehen für eine Krone-Nachbesserung?

Dies richtet sich nach dem erforderlichen Aufwand. Kleine Anpassungen wie das Abschleifen von Unebenheiten fallen oft unter die Gewährleistung und kosten nichts. Größere Arbeiten oder ein Neubefund können Kosten nach sich ziehen – eine genaue Kalkulierung erfolgt nach der Diagnostik.

Kann ich meine Zahnkrone selbst versuchen anzupassen oder zu polieren?

Wir raten dringend davon ab. Unsachgemäße Bearbeitung kann die Passung verschlechtern, die Oberfläche beschädigen oder sogar zum Bruch führen. Alle Anpassungen sollten ausschließlich von Fachleuten in der Zahnarztpraxis erfolgen.

Was kann ich vorbeugend tun, um Probleme mit meiner Krone zu vermeiden?

Achten Sie auf gründliche Mundhygiene mit Zahnbürste und Zahnseide, vermeiden Sie übermäßiges Kauen auf harten Objekten, und lassen Sie regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen. Ein bewusster Umgang mit Ihrer Krone und die Behandlung von Zahnfleischerkrankungen tragen wesentlich zur Langlebigkeit bei.

Fazit

Eine Zahnkrone mit Schmerzen erfordert eine genaue Analyse, um die Ursache zu ermitteln und die richtige Maßnahme einzuleiten. Ob Biss-Probleme, Zahnfleischentzündungen, Materialunverträglichkeiten oder Nervenbeteiligung – jeder Fall verlangt eine maßgeschneiderte Lösung. Eine zeitnahe Rücksprache mit Ihrem Zahnarzt verhindert Folgeschäden und sichert die Funktion und Langlebigkeit Ihres Zahnersatzes. Mit regelmäßiger Kontrolle und bewusster Pflege unterstützen Sie die optimale Leistung Ihrer Krone über viele Jahre hinweg.

Checkliste
  • Beißen Sie vorsichtig zusammen und achten Sie darauf, welcher Zahn zuerst Kontakt hat
  • Vergleichen Sie die Kontaktkraft mit anderen Zähnen – fühlt sich die gekrönte Stelle überlastet an?
  • Kauen Sie alternativ auf der einen und anderen Seite und beobachten Sie, wo der Schmerz stärker auftritt
  • Notieren Sie, ob der Schmerz beim Frühstück beginnt und über den Tag anhält oder nur sporadisch auftritt

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Redaktionshinweis

Unsere Beiträge dienen der allgemeinen Information und Orientierung. Wir bieten keine individuelle zahnmedizinische Beratung, keine Diagnose, keine Behandlungsplanung und keine persönliche Versicherungs- oder Finanzberatung. Bei Beschwerden, Schmerzen, Fragen zum Heil- und Kostenplan oder vor verbindlichen Entscheidungen sollten Sie eine Zahnarztpraxis, Ihre Krankenkasse, Ihre Zahnzusatzversicherung oder eine geeignete Beratungsstelle einbeziehen.

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